Willkommen zum Zulehner-Blog

Seien Sie herzlich willkommen zur Diskussion von aktuellen Ereignissen aus Welt und Kirche, zu denen ich meine Position vermittle und zur Diskussion einlade.
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Stimmt das wirklich: „Der Islam gehört nicht zu Österreich“?

Das kann man in diesen Wahlkampftagen oft hören: „Der Islam gehört nicht zu Österreich“. Das hält zunächst schon historisch nicht. Niemand hat solches gesagt, als die katholischen Habsburger 1908 das muslimische Bosnien-Herzegowina annektiert hatten. Sie haben den Muslimen eine Islamisch-Theologische Fakultät in Sarajevo errichtet und eine Akademie zur Ausbildung der Scharia-Richter.

Aber wer gehört zu Österreich: Die Juden? Die Roma? Die Protestanten? All diesen Gruppen war im Lauf der Zeit schon einmal gesagt worden: „Die Juden gehören nicht zu Österreich“, „Die Romas gehören nicht zu Österreich“; die Protestanten wurden erst im Jahre 1781 unter Joseph II. toleriert. Solche Reden, das jemand nicht dazugehört, waren immer gefährlich, für die Juden im Holocaust, für die Roma in Oberwarth,

Gehören nur Christen (katholisch, protestantisch, serbisch- und anderes orthodox, griechisch-katholisch) zu Österreich? Was ist mit den vielen Konfessionslosen, den Atheisierenden? Sagt jemand: „Die Atheisten gehören nicht zu Österreich“?

Die Lösung ist einfach. Zu Österreich gehört, wer die österreichische Staatsbürgerschaft hat. Diese haben – so die verbriefte Religionsfreiheit – die Möglichkeit, einer Religion anzugehören oder auch nicht. Aber was für das Dazugehören zählt, ist nicht die Religion, sondern eben die Staatsbürgerschaft. Alles andere ist dumpfer Populismus und WählerInnentäuschung übelster Sorte.

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Nachruf auf Hubert Feichtlbauer

Vor wenigen Wochen rief er mich an. Er wolle sich mit mir unterhalten. So kam er, wir saßen bei mir im Garten. Wir sprachen über Gott und die Welt, über die Kirche und unser Wohlgefallen am Papst Franziskus, über den er ja ein begeistertes Buch geschrieben hatte. Hubert Feichtlbauer wusste um den massiven Reformstau der Kirche. Vieles irritierte uns beide, die Rolle der Frauen, das Beteiligungsdefizit, die teils manichäische Sexualmoral zumindest unserer Lehrer, der vormoderne Grundzug der Kirche. Und jetzt die Bewegung.

Dann rückte er heraus, was ihn kommen ließ. Er ahnte seinen baldigen Tod. Und sorgte, aufrechter Christ, der er war, für sein Begräbnis vor. Auch wollte er eine angemessene Predigt. Wir blieben in Kontakt. Die Predigt hält sein Freund Weihbischof Helmut Krätzl. Dieser habe ihn besucht, sagte er mir am Telefon. Und habe ihm das Predigen angeboten. Ob ich gekränkt sei? Wie sollte, ich sagte ich. Es sei ohnedies nicht leicht, über ihn würdig und angemessen eine Ansprache zu halten. Und außerdem würde ich lieber zuhören statt predigen – zumindest bei solchen bewegenden Anlässen.

Journalistisch habe ich von Hubert Feichtlbauer viel gelernt. Den Dank für so vieles für das Land und die Kirche in diesem hat ihm inzwischen ein Anderer ausgesprochen.

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Wie christlich ist die ÖVP? Facebook-Diskurs mit Hans Winkler

Am 19.9.2017 hat Hans Winkler in DIE PRESSE einen Beitrag mit dem Titel „Sebastian Kurz und die Katholische Soziallehre“ veröffentlicht (http://diepresse.com/home/meinung/dejavu/5287886/Dejavu_Sebastian-Kurz-und-die-katholische-Soziallehre). Die Weizer #Pfingstvision organisierte daraufhin einen Facebook-Diskurs zwischen ihm und mir. Hier der Diskurs. Weiterlesen

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… ich war fremd, und ihr hab mit (nicht) aufgenommen.

Die Flüchtenden und die Kirchen. Eine unerwartete Quelle von Hoffnung und Sinn.

Vom 3.-6.9.2017 berieten an der theologischen Fakultät in Budweis Pastoraltheolog*innen aus einer Reihe ost(mittel)europäischer (Bosnien-Herzegowina, Georgien, Kroatien, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine, Ungarn) sowie „westeuropäischer“ Länder (Deutschland, Österreich) über die Ankunft von schutzsuchenden Menschen aus Kriegsgebieten in Europa.

Ziel war, Erfahrungen aus dem pastoralen Handeln der Ortskirchen auszutauschen, einander anzuregen, um Vorschläge zu einer Weiterentwicklung einer praktisch-theologischen Migrationspastoral zu machen: an Kirchenleitungen, zu ihrer Verantwortung für die Migrant*innen und Migrationspolitik in den jeweiligen Ländern, für Pfarrgemeinden, Ordensgemeinschaften und alle, die sich der Herausforderung der Migration stellen.

Hier werden Sie über drei Positionen sowie über den Verlauf der Tagung in deren Highlights informiert. Weiterlesen

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„Flüchtlinge kosten uns nur Geld“. Stimmt das?

„Flüchtlinge kosten uns nur Geld, Integration ist nur sehr schwer möglich; einen Job zu finden, fast gar nicht. Achtung, viele sind Verbrecher oder Terroristen.

Am Beispiel Weiz (Oststeiermark) nach einer Aussendung von Fery Berger, Way of Hope.

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Papst Franziskus zu Flucht und Migration

BOTSCHAFT ZUM 104. WELTTAG DES MIGRANTEN UND FLÜCHTLINGS 2018.

Liebe Brüder und Schwestern!

»Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott« (Lev 19,34).

Während der ersten Jahre meines Pontifikats habe ich wiederholt meiner besonderen Sorge um die traurige Situation so vieler Migranten und Flüchtlinge Ausdruck verliehen, die von Kriegen, Verfolgungen, Naturkatastrophen und der Armut fliehen. Es handelt sich ohne Zweifel um ein „Zeichen der Zeit“, das ich zu entziffern versucht habe, wofür ich seit meinem Besuch in Lampedusa am 8. Juli 2013 das Licht des Heiligen Geistes erfleht habe. Bei der Errichtung des neuen Dikasteriums für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen wollte ich, dass eine besondere Abteilung, die zeitweise meiner unmittelbaren Leitung unterstellt sein sollte, die Fürsorge der Kirche für die Migranten, die Evakuierten, die Flüchtlinge und die Opfer des Menschenhandels zum Ausdruck bringe. Weiterlesen

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Orientierung für ChristInnen bei der kommenden Wahl.

Eine Kurzfassung der Gedanken erschien in der SALZBURGER NACHRICHTEN vom 29.8.2017 als Interview mit Josef Bruckmoser

Warum ich mich zur Wahl zu Wort melde, illustriere ich mit einer einfachen Begebenheit, wie ich sie in den letzten Monaten wiederholt von unterschiedlichen Menschen erlebt habe. Ein bald 80jähriger Pfarrer sagte mir auf die Frage, wen er im Herbst wählen werde: „Es ist wohl das erste Mal in meinem Leben, dass ich nicht ÖVP wählen werde.“ Viele engagierte Christinnen und Christen hatten ihre politische Heimat in der christlich-sozialen ÖVP, verschweige aber nicht, dass es andere Kirchenmitglieder anders erleben. Ich erlebe aber auch Christinnen und christlich mit einer anderen parteipolitischen Präferenz Ratlosigkeit Weiterlesen

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