Willkommen zum Zulehner-Blog

Seien Sie herzlich willkommen zur Diskussion von aktuellen Ereignissen aus Welt und Kirche, zu denen ich meine Position vermittle und zur Diskussion einlade.
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Alt-Bischof Reinhold Stecher riet bereits 1993 (gerade Bischöfen) zu einem integrativen Führungsstil – wie aktuell…

„Eine Autorität könnte man als ‚integrativ’ bezeichnen, wenn sie sich nicht auf dem einsamen Thron ihrer Sendung sondern in das Ganze eingewoben weiß. In der Kirche heißt das, dass man sich immer wieder bewusst machen muß, in einem vielfältigen, umfassend-tröstlichen, bewahrenden und doch immer wieder zu neuen Ufern aufbrechenden Walten des Geistes zu stehen. Im Walten eines liebenden Heiligen Geistes, der sehr wohl dem Amtsträger eine unverwechselbare Rolle zuspricht und ihm dazu auch Beistand leistet, aber der gleichzeitig im Wachsen der Erkenntnis und des Glaubens keine Einbahnstraßen und Monopole kennt.“[1]

Ein bestimmter Führungsstil ist nicht angeboren und damit wie ein unabänderliches Schicksal vorgegeben. Er ist erlernt und daher entwicklungs- und veränderungsfähig. In der Frage der Führung und des Führungsstils können personbezogene Fortbildung oder auch Supervision wertvolle Unterstützung leisten.


[1]     Stecher, Reinhold: Integrieren und motivieren: Gedanken eines Bischofs zum Führungsstil in der Kirche, in: HerKorr 47 (1993) 511-514, hier 513.

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Hans Maier mit Prof. Joseph Ratzinger: Demokratie in der Kirche

Aus einer Sendung des BR2 (Sonntag, 13.6.2021) zum 90. Geburtstag von Hans Maier. Auguri dem Jubilar!

Link zu Sendung (als Podcast)

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Öffentliche Bitte an Papst Franziskus, den Rücktritt von Kardinal Reinhard Marx nicht anzunehmen.

Vom Generalsekretär der Kommission für Migranten in der Belgischen Bischofskonferenz, dem Dominikanerpater Mark Butaye, erreichte mich soeben folgende eMail:

„Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Paul M. Zulehner! Wäre es nicht wichtig, Kardinal R. Marx in seinem Bemühen und seiner Arbeit zur Erneuerung und Revitalisierung der katholischen Kirche öffentlich zu unterstützen und es ihm zu ermöglichen, seine Arbeit für den Synodalen Prozess in Deutschland fortzusetzen – und nicht zurückzutreten. Offen respektiere ich sein Rücktrittsschreiben als ein Signal und einen Weckruf an die Kirche. Aber wenn es von Papst Franziskus angenommen wird, wird es alle seine Gegner und diejenigen, die die Kirche nicht reformieren wollen und die gegen den Synodalprozess sind, ermutigen.

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„Baut auf, ermutigt, spendet Trost!“ (1 Kor 14,3b)

Pfingstpredigt in Weiz 2021.

Heute feiern wir einen pfingstlichen Mutmachergottesdienst. Wir werden mutiger hinausgehen, als wir hereingekommen sind. Es wird in uns der Zuruf des Apostels Paulus nachklingen: „Baut auf, ermutigt, spendet Trost!“ (1 Kor 14,3b). Bewirken möge solches die göttliche Geistkraft, die wir besingen. Sie ist die MUTMACHENDE schlechthin. Und eine solche können wir in unseren Tagen mehr als dringend brauchen. Denn derzeit gibt es viel, was uns arg entmutigt.

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Es kommt Bewegung in die stagnierende katholische Weltkirche.

Die ganze Weltkirche macht sich auf einen synodalen Weg.

Der Papst hat wieder einmal überrascht. Diesmal nicht nur durch gute Worte. Vielmehr hat er den Startschuss für einen Synodalen Weg der katholischen Weltkirche gegeben (siehe https://www.kathpress.at/goto/meldung/2024777/papst-schickt-gesamte-weltkirche-auf-einen-synodalen-weg).

Im Oktober soll es in allen Diözesen der Weltkirche losgehen. In einem zweiten Schritt sollen die Ergebnisse kontinental gebündelt und schließlich in die auf 2023 verschobene Weltbischofssynode eingespeist werden.

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Misstrauen lähmt jede Entwicklung

„Sich hinsetzen, um einem anderen zuzuhören, ist charakteristisch für eine menschliche Begegnung und stellt ein Paradigma einer aufnehmenden Haltung dar. Damit überwindet ein Mensch den Narzissmus; er heißt den anderen willkommen, schenkt ihm Aufmerksamkeit.“ (Papst Franziskus Fratelli tutti, 48)

In der Diözese St. Pölten kehrt keine Ruhe ein. Dabei haben alle Beteiligten gute Absichten. Der Bischof weiß sich für die organisatorische Zukunft des Bistums verantwortlich und handelt entschlossen und mit Message-Control. Viele loyale Mitarbeitende sind ratlos, weil ihr Rat nicht gefragt ist, geschweige denn, dass sie nachhaltig mitentscheiden können. Der gutgemeinte Rat von Experten (und auch „Amtsbrüdern“), die verfahrene Situation dadurch zu entschärfen, dass das vom Bischof vorgelegte Reformpaket noch einmal aufgeschnürt wird, verhallt im kirchenrechtlichen Raum, der einen Bischof zu keinem Einlenken verpflichtet, auch wenn noch so viele moralische, soziale und theologische Gründe vorgebracht werden.

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130 Jahre „Rerum novarum“

Wirkungsgeschichte dieses zukunftsweisenden und bis heute gültigen Dokuments von 1891 bis in die Gegenwart.


(Festrede gehalten im Parlament zum 70 Jahrejubiläum der FCG zu 120 Jahre Rerum novarum: ist auch 10 Jahr später immer noch aktuell. Quelle: Zulehner, Paul M.: Christen in der Arbeitswelt, Wien 2011.)

In der „Gleichheit“ vom 15. 10. 1887– das Vorgängerorgan der Arbeiterzeitung – war der katholischen Kirche in Österreich vorgeworfen worden, „Klingelbeutel-Sozialreform“ zu betreiben. Die Arbeiterzeitung hatte diesen Vorwurf am 12.1.1894 und am 13.1.1898 wortgleich wiederholt. Tatsächlich hatten breite Kreise der katholischen Kirche auf Armenpflege gesetzt. So gab es in der Erzdiözese Wien 1882 zwanzig Häuser für die Pflege jener Kinder, deren Eltern in Fabriken arbeiteten. Die Kirche machte, was sie sehr gut konnte: Den Armen helfen. Und sie macht durch erste Hilfe so viel Gutes, dass selbst ihren Gegnern dabei Unbehagen blühte. So bemerkte ein liberaler Minister 1869 über die Errichtung von Arbeiterwohnungen in Wien: „Es sei notwendig, die Sorge für die Arbeiterwohnungen in verlässliche Hände zu bringen. Gegenwärtig haben sich nur Leute der klerikalen Richtung dieser Sache angenommen und dieser Umstand sei gefährlich.“[1]

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Ringen um eine Welt mit menschlichem Gesicht

Zum Jubiläum von Rerum novarum (1891)

Eine Lehre, die von unten wächst

Die Soziallehre der Kirche fällt nicht vom Himmel. Sie wächst aus den Erfahrungen von Menschen des Evangeliums bei der Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft. So war es auch bei Rerum novarum. Bald nach der Industrialisierung um 1830 hat es schon vor dem Kommunistischen Manifest von Karl Marx (1848) „christliche Fabriken“ gegeben, in denen versucht wurde, das Proletariat menschlich zu behandeln. Es gab auch kirchliche Kreise in Europa, welche die Köpfe zusammensteckten und die Erfahrungen theoretisch beleuchteten. Aus all diesen praktischen wie theoretischen Erfahrungen hat dann Leo XIII. 1891 seine bahnbrechende erste Sozialenzyklika geschrieben. Darin forderte er einen gerechten Lohn, das Recht auf „Koalitionen“ (Gewerkschaften) und forderte den Staat auf, sozialpolitisch zu Gunsten der Gefährdeten zu „intervenieren“.

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Hannah: Rudolf Burgers Tor zur Welt

Ansprache beim Begräbnis von Rudolf Burger (Wien-Hernalser Friedhof, 11.5.2021)

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Pfingstkongress 2021: Wege aus einer gespaltenen Gesellschaft

Beachten Sie bitte dieses pfingstliche Event, melden Sie sich an und genießen Sie
30 hochkarätige Vorträge kostenlos. Sie können auch einzelne Vorträge frei wählen!

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