Meditative Miniatur zum Karfreitag: Judas und die Hölle

Bild: Vezeley, Saint-Marie-Madeleine.

 

Er hat ein grausiges Ende genommen. Sein Name ist der Inbegriff des Verräters: „Du bist ein Judas“. Sein Kuss hatte Jesus tief berührt, obgleich er ihn vorhersah und klagend hinnahm: „Judas, mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn?“ (Lk 22,48) Judaskuss sagen, wenn ausgerechnet einer unserer Freunde uns verrät. Bei einem Besuch bei Kardinal Meissner sagte er mir: Da war ein Prälat, der bei mir aus und einging. Und dann musste ich erfahren, dass er bei mir hinaus- und ein paar Häuser weiter bei der Stasi hineinging. Sein engster Mitarbeiter hatte ihn verraten. Er war ein Judas.

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Meditative Miniatur zum Gründonnerstag: Petrus und die Gewalt

Bild: Schwabach – Stadtkirche. Hochaltar: Judaskuss (1506-08) aus der Werkstatt von Michael Wolgemut – Detail: Petrus schlägt Malchus das Ohr ab.

Unterschiedlicher könnten die Protagonisten auf dem Bild aus der Stadtkirche im Bayerisch Schwabach nicht. Grimmig lässt der Maler Michael Wolgemut, der das Gemälde im Jahr 1507 schuf, Petrus das Schwert erheben. Er schlägt auf den Soldaten Malchus ein, der auf dem Boden liegt. Und schlägt ihm, wie die Evangelisten berichten, das Ohr ab.

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Karwoche 2017

Suchen Sie noch einen Gottesdienst in der Karwoche? Ich lade Sie herzlich in die Kirche der Schulschwestern in der Friesgasse (genau: Fünfhausgasse 25) ein: Gründonnerstag 18, Karfreitag 15, Karsamstag 20 Uhr. Ich stehe wie schon bald 30 Jahre den einfach gestalteten und keineswegs überlangen Gottesdiensten vor. Ich liebe den liturgischen „Wortdurchfall“ nicht.

Dieses Jahr werde ich über gut, aber auch über wenig bekannte Personen aus der Passionsgeschichte meditierend predigen:

  • Zuerst über Petrus (Gott und Gewalt), der zum Schwert greift.
  • Dann über Judas, der Jesus den berühmt-berüchtigten Kuss gibt (der ist doch in der Hölle – oder gibt es auch für ihn Hoffnung?).
  • Und schließlich über Dismas – wer kennt denn den?

Herzlich willkommen mitzufeiern!

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Christian soldiers: How America’s evangelicals became a potent force

Date: 07-04-2017
Source: The Economist

A new history of “the most American religious group”, from the Great Awakening to the Reagan coalition and beyond

The Evangelicals: The Struggle to Shape America. By Frances FitzGerald. Simon & Schuster; 740 pages; $35.

VISIT an evangelical church in America on a Sunday morning, and you are likely to be embraced, perhaps literally, by fellow worshippers, then impressed by the pastor’s scriptural exegesis. Depending on his text, and on the news, he may remind his flock that the devil walks among them, and of the risk—a perennial one for white evangelicals, as Frances FitzGerald’s timely and enlightening book makes clear—that depravity may turn God away from their country. Yet in November four out of five of these decorous, Bible-loving Christians voted for an adulterous reality-television star who has said he has never sought divine forgiveness. Weiterlesen

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Teampriester aus und für Gemeinden. Ein Projekt für die Eucharistiefeier in gläubigen Gemeinden/Gemeinschaften

Papst Franziskus hat in einem Interview in DIE ZEIT einen Dialog über die „viri probati“ angestoßen. Damit soll dem dramatischen Priestermangel in manchen Teilen der Weltkirche entgegengewirkt werden. Einen Vorschlag, den Papst Franziskus schätzt, hatte der emeritierte Bischof von North-Aliwal in Südafrika Fritz Lobinger schon vor Jahren gemacht. Er ist jetzt Zeit, diesen aufzugreifen. Es wäre ein guter Weg in die Zukunft. Hier ein kompakter Überblick über das Modell und seine Durchführung: Weiterlesen

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In memoriam Kardinal Miloslav Vlk (Prag)

Er war ein guter Freund. Für mich persönlich, aber auch für das Pastorale Forum, dessen Ehrenschutz er zusammen mit Kardinal Franz König innehatte – vor allem für die beiden großen Umfragen Aufbruch 1997 und 2007 (Tomka, Miklos/Zulehner, Paul M./Naletova, Inna: Religionen und Kirchen in Ost[Mittel]Europa, Ostfildern 2008).

Ich hatte ihn kennen und schätzen gelernt, als er den Vorsitz des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) innehatte. Mit Herve Legrand aus Paris waren wir beide dem jeweiligen Vorsitzenden über viele Jahre als Ghostwriter zugeteilt. Es war eine fachliche wie menschliche Freude, nach Kardinal Carlo M. Martini von Mailand oder Kardinal Basile Hume von London mit dem großen Kardinal von Prag zu arbeiten.

Johannes Paul II. hatte Kardinal Vlk dabei gar nicht sehr getraut. Als das große Symposium der Bischöfe Europas über Freiheit und Gerechtigkeit und Wahrheit in Europa in Prag stattfand, war Kardinal Camillo Ruini mit einer zwanzigköpfigen Delegation zur „Kontrolle“ nach Prag angereist. Blatt für Blatt wurde schon der Entwurf der Schlussrede des Vorsitzenden „zensuriert“. Wahre Synodalität gewinnt erst jetzt unter Papst Franziskus in der katholischen Weltkirche an Bedeutung.

Ich hatte dem Kardinal, als er schwer erkrankt war, eine Email geschrieben und ihm für die vielen guten Stunden der Arbeit mit ihm gedankt. Er hatte in seiner berührenden Art sich seinerseits bedankt. Am ersten Februar schrieb er mir – ich zitiere ganz wörtlich: „Liebr Paul, danke für Deine Zeilen, die mir Freude gebracht haben. Ich danke Gott für alles,was er durch meine Hände gemacht hat, ich danke |Dir. dass ich mit Dir  mitgearbeitet konnte…Dein Miloslav“.

Ich denke auch gern an die Stunde, als es Vorarbeiten zum Symposium in Prag gab, und der Kardinal uns in jene Gemeindebauwohnung führte, in der er als „Untergrundpriester“ wohnte und wirkte. Von Beruf damals: Fensterputzer.

Der gute Kardinal von Prag. der kirchenpolitisch etwas von einem Schwejk an sich hatte,  ist jetzt in den guten Händen Gottes, dem er in Zeiten der Verfolgung wie nach der Wende gedient hat. Mögen die Bischöfe in Tschechien seinem Beispiel als mutigen Kardinal folgen!

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Eine unakzeptable Kolumne über „Papst Franz“ in der heutigen „Presse“

Von: Helmut F. Karner

Dort lässt sich der erzkonservative ehemalige Vorsitzende des Verbandes österr. katholischer Publizisten, Hans Winkler, polemisch und manipulativ über „Papst Franz“ aus: http://diepresse.com/home/meinung/dejavu/5179429/Franziskus-Populismus-auf-katholisch?from=suche.intern.portal

Meine Reaktion in einem Leserbrief an die Presse Chefredaktion darauf:

Selten musste ich so was Dummes lesen, und das noch dazu in der Presse. Winklers erzkonservative Haltung und Nähe zu den „Protest“kardinälen sei ihm unbenommen, aber nicht so schwindlige, unsachgemäße Argumentation. Passt zu Trumps Twitter Rülpsern. Die Fehler: Weiterlesen

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