Why Atheists Need Faith

Date: 24‑09‑2021

Source: The Wall Street Journal By Michael Guillen

Science is becoming more mystical as we learn more about the universe.

Atheism’s central conceit is that it is a worldview grounded in logic and scientific evidence. That it has nothing to do with faith, which it associates with weakness.

In reality, faith is central to atheism, logic and even science.

I became an atheist early in life and long believed that my fellow nonbelievers were an enlightened bunch. I relished citing studies appearing to show that atheists have higher IQs than believers. But when I was studying for my doctorate in physics, math and astronomy, I began questioning my secular worldview.

Like one of Hermann Hesse’s tormented intellectuals, I set off to explore alternatives—beginning with Hinduism, Buddhism and Judaism. This turned into a decades‑long intellectual‑spiritual journey. Ultimately I became a Christian, but along the way I discovered fascinating differences and similarities among humanity’s many religions and philosophies. I learned that all views of the world differ in three essential ways.

First, foundation. All worldviews are built on core beliefs that cannot be proved. Axioms from which everything else about a person’s perception of reality is derived. They must be accepted on faith.

Even reason itself—the vaunted foundation of atheism—depends on faith. Every logical argument begins with premises that are assumed to be true. Euclid’s geometry, the epitome of logical reasoning, is based on no fewer than 33 axiomatic, unprovable articles of faith.

Second, size. Every worldview—that is, every person’s bubble of reality—has a certain diameter. That of atheism is relatively small, because it encompasses only physical reality. It has no room for other realities. Even humanity’s unique spirituality and creativity—all our emotions, including love—are reduced to mere chemistry.

Third, deity. Without exception, every worldview is ruled over by a god or gods. It’s the who or what that occupies its center stage. Everything in a person’s life revolves around this.

When I was an atheist, a scientific monk sleeping three hours a day and spending the rest of my time immersed in studying the universe, my worldview rested on the core axiom that seeing is believing. When I learned that 95% of the cosmos is invisible, consisting of “dark matter” and “dark energy,” names for things we don’t understand, that core assumption became untenable. As a scientist, I had to believe in a universe I mostly could not see. My core axiom became “believing is seeing.” Because what we hold to be true dictates how we understand everything—ourselves, others and our mostly invisible universe, including its origin. Faith precedes knowledge, not the other way around.

Atheism demands a small cosmos, so that is all secularist‑materialists see. They bend over backward to interpret every pixel of evidence solely in terms of space, time, matter and energy. For them, that’s all there is. It’s a religious conviction they cannot prove but take on faith.

Atheists commonly believe that science will ultimately demystify everything. But science’s worldview is becoming more mystical, not less. Witness supernatural‑like concepts such as virtual particles, imaginary time and quantum entanglement. Even atheist Sam Harris admits: “I don’t know if our universe is, as JBS Haldane said, ‘not only stranger than we suppose, but stranger than we can suppose.’ But I am sure that it is stranger than we, as ‘atheists,’ tend to represent while advocating atheism.”

The overwhelming evidence, I’ve discovered, makes it crystal clear: Faith is the foundation of the entire human experience—the basis of both science and religion. Our faith in physical reality drives us to seek treatments for deadly diseases like Covid‑19, to explore the depths of the sea, to invent the perfect source of energy. Our faith in spiritual reality drives us to create breathtaking works of art, music, and architecture; to see life as a divine creation, not an accident of nature; to be curious about things that are not of this world.

For all those reasons and more, I’ve come to learn that atheists are greatly mistaken: Faith is anything but a weakness. It is the mightiest power in the universe.

Mr. Guillen is author of “Believing is Seeing: A Physicist Explains How Science Shattered His Atheism and Revealed the Necessity of Faith,” just out from Tyndale Refresh.

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7 Antworten zu Why Atheists Need Faith

  1. Ulrike Brustmann-Sieber schreibt:

    Wow Das ist ein höchstspannender Artikel und ein höchstspannendes Thema. Das erinnert mich entfernt an den bereits verstorbenen Naturwissenschaftler und Philosophen Max Thürkauf………………

  2. Richard Demattio schreibt:

    Ja, auch ich bin beeindruckt von diesem fesselnd geschriebenen Artikel und dieser deckt sich inhaltlich mit meiner Weltanschauung. Erst vorgestern (bevor ich diesen Artikel gelesen habe) hatte ich eine Diskussion per eMail mit einem CODID-Impfskeptiker und dabei Folgendes abschließend gemeint:
    ~~~~~~~~:
    Was unterscheidet unseren Glauben an Gott und Jesus Christus von den Wahrheiten der Wissenschaften und Pseudo-Wissenschaften?
    -> der Glaube an Gott und Jesus ist für mich so stark, dass ich ihn als Wahrheit empfinde
    -> die Wahrheiten der Wissenschaft sind für mich oft so unglaubwürdig, dass ich viel Zeit mit der Überprüfung verbringen muss.
    Das heißt: Es ist ALLES Glaube und nichts ist WISSEN.
    Und schon Pilatus hat gefragt: „was ist Wahrheit“ (ich glaube, der hat es aber ironisch gemeint aufgrund der Erfahrung, dass mit jedem Kaiser in Rom eine andere Wahrheit gegolten hat)
    ~~~~~~~
    Und noch ein Zitat von mir, das ich seit Jahren postuliere: „Die Religionen wissen, dass sie es glauben. Die Wissenschaften glauben, dass sie es wissen.

  3. Brand, Hildegard schreibt:

    Ja, ein sehr anregender Artikel und ebensolche Kommentare!
    95 % des Kosmos unsichtbar und – mein Schluss daraus – unerforscht ….,
    lässt mich demütig, bescheiden – ehrfürchtig staunen….menschliche Sprache mag da versagen — oder ist im Bewusstsein zu “ gebrauchen“ , dass alles nur metaphorisch auszudrücken und zu verstehen ist – auch die Worte “ Schöpfung“ , “ Kraft“ , „Materie“ , „Energie“ …“Gott“ …

    Natürlich gehören dazu auch die „bewundernswerten“ Fähigkeiten, Teck-niken, Kunstwerke, von Menschen im Laufe der Kultur – und Technik – Geschichte hervorgebracht…
    Um so mehr Gründe, all das zu bewahren, statt zerstörierische Kräfte von Seiten der „Kreatur“, genannt „Mensch“ , walten zu lassen. ( unverhohlen ist in letzter Zeit auch von Weltraumbewaffnung die Rede) .
    Natürlich bleiben da auch unsere Ängste vor den gewaltigen „Kräften“ der Natur, die auch „zerstörerisch“ ( so nennen wir Menschen es ja) und todbringend in unser Leben „eingreifen“ können. Auch dann bleiben wir „sprachlos“ . Oder wir fragen nach dem Sinn des „Ganzen“ für unsere „Spezies“ , genannt „Mensch“.

    Auch möchte ich immer noch kritisch unterscheiden (kritein = unterscheiden) zwischen den einzelnen Disziplinen der Wissenschaften, deren Sprachen, Vorgehensweisen ( am Anfang stehen ja oft „Hypothesen“ ) , Forschungsergebnissen und Feststellungen und dem, was für „Glaube“ gehalten wird , in Wirklichkeit aber eher „Aberglaube“ ist, der besonders dann problematisch werden kann, wenn es z.B. um Lebensrettung geht: Ein Arzt erkennt die Ursache einer Krankheit und „weiß“ , wie die Krankheit zu heilen ist oder – im Falle einer Impfung – wie die schlimmsten Folgen ( Tod z.B. ) abgewendet werden könnten. Das mangelnde Vertrauen, bzw. die Leugnung des Wahrheitsgehaltes der Aussage des Arztes kann dann Tod-bringend sein.

    Es gibt auch historische Fakten : z.B. den Holocaust. In diesem Zusammenhang wäre es mir zuwider, den Satz auszusprechen: „Ich glaube“ (nur) , dass 6 Millionen Juden, Tausende Menschen, Homosexuelle, Sinti und Roma, politisch Anders-Denkende usw. vergast, verbrannt
    wurden. Die Nazis selbst haben ja ihre Verbrechen bürokratisch notiert.

    Auch bin ich froh, dass ein Galileo Galilei von Seiten der kath. Kirche im 20. Jht. rehabilitiert wurde…,
    froh auch um die Zulassung der historisch-kritischen Bibelforschung, die uns aber durchaus auch lehren kann, dass in Bezug auf das „Leben Jesu“ ganz vieles, eher das meiste, n i c h t sicher ist, was in „Glaubensbekenntnissen“ sprachlich eher w i e Fakten vermittelt wurde und wird.
    ( vgl. dazu das jüngst erschienene, spannende, vielleicht auch umstrittene Buch eines Historikers : Johannes Fried: Kein Tod auf Golgotha. Auf der Suche nach dem überlebenden Jesus, dtv, 2021 )
    Auch hier keine überwiegend gesicherten „End-Ergebnisse“ , aber spannend und dazu geeignet, auch Glaubens – „Wahrheiten“ immer wieder zu hinterfragen. Das zuzulassen, wird immer auch die freie Entscheidung jeder, jedes Einzelnen bleiben, bleiben müssen.

  4. Brand, Hildegard schreibt:

    an Ulrike Brustmann- Sieber, …ist alles tausendschichtig…
    kommt drauf an… auf die Deutung, die Sprache, die Hermeneutik, Metaphorik in den verschiedenen Zeiten, die heutigen Zugänge dazu, das Wie und die Einordnung ins „Große – Ganze“, die Biochemie, Psychosomatik, Neuro-Existenzen“ …

    „Ich weiß nix, doch ich b i n ….“. , im Sinne von : „Ich denke, also bin ich…“
    oder. „ich weiß nix, also glaub ich , nehme an, wünsch mir…wäre schön, aber geht nicht…?“ …
    usw….alles bleibt o f f e n ….

  5. Ulrike Brustmann-Sieber schreibt:

    Ok. Ich verstehe was Sie meinen. Ich sehe das halt anders. Es gibt auch historische Indizien, die meiner Meinung nach schlüssiger sind, als Johannes Frieds Thesen und sehr für das Ereignis der Auferstehung sprechen…

  6. Richard Demattio schreibt:

    Ja, das ist halt die Crux mit dem Glauben: Dem ist mit wissenschaftlichen Methoden nicht beizukommen. Ich kann sagen, ich glaube an die Auferstehung, oder ich glaube nicht daran.
    Ich kann eine Ebene dazwischen einziehen und sagen, ich glaube dieser oder jener Person, die darüber recherchiert hat, oder ich glaube dieser oder jener Person nicht. Es reduziert sich letztlich immer auf die Haupt-Aussage, die ich glaube, oder nicht glaube. Glaube und Zweifel sind meiner Meinung nach Zwillinge, die ohne einander nicht auskommen können und es muss erlaubt sein „Glaubenswahrheiten“ zu hinterfragen. Ich spiele im Übrigen gerne mit diesem Glauben. So stelle ich mir seit Längerem die Frage, was passiert wäre, hätte Maria zur Schwangerschaft mit Jesus nein gesagt. Ich glaube nämlich, Maria hat aus freiem Willen entschieden. Antwort habe ich natürlich keine.

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