„Baut auf, ermutigt, spendet Trost!“ (1 Kor 14,3b)

Pfingstpredigt in Weiz 2021.

Heute feiern wir einen pfingstlichen Mutmachergottesdienst. Wir werden mutiger hinausgehen, als wir hereingekommen sind. Es wird in uns der Zuruf des Apostels Paulus nachklingen: „Baut auf, ermutigt, spendet Trost!“ (1 Kor 14,3b). Bewirken möge solches die göttliche Geistkraft, die wir besingen. Sie ist die MUTMACHENDE schlechthin. Und eine solche können wir in unseren Tagen mehr als dringend brauchen. Denn derzeit gibt es viel, was uns arg entmutigt.

Es gibt so vieles, was uns entmutigt.

Es entmutigt uns Corona: Die Pandemie dauert schon so lange! Die Politik hat es trotz der Unterstützung durch Simulationsforscher nicht leicht. Die Entwicklung des Virus war und ist immer noch nicht so einfach vorhersehbar. Trotz der Höchstleistung der pharmazeutischen Gen-Wissenschaften, die in unglaublich kurzer Zeit Impfstoffe gebaut haben und nach und nach die Welt damit versorgen, geht es den meisten von uns viel zu langsam mit der Immunisierung der Bevölkerung voran. Noch weiß auch niemand genau, wie lange eine solche anhält. Die weltweite Verteilung ist auch nicht wirklich ermutigend. Nur wenn das Virus überall in der Welt unter Kontrolle ist, kann auch für uns das Ende der Pandemie ausgerufen werden. Es ist unvermeidlich, dass Grundrechte kollidieren und die Bevölkerung polarisieren. Manche tragen ihren Unmut immer aggressiver zur Schau: Gesundheit, Freiheit, Wirtschaftlichkeit, Gerechtigkeit und Ökologie müssen von der Politik ausbalanciert werden, und das unter dem Druck höchst unterschiedlicher Interessensgruppen. Manche kochen auf dem Feuer der Ungeduld ihre parteipolitischen Suppen. Von Verschwörungstheorien und Rechtsradikalen ganz zu schweigen.

Was viele verängstigt, in ratlose Furcht versetzt und entmutigt, ist die bange Frage: Wie wird es weitergehen. Zwei Mega-Herausforderungen werden zu meistern sein: eine neue Soziale Frage kommt auf uns zu. Und, was ebenso schwer wiegt: Wir haben in der Pandemie auf die schutzsuchenden Menschen und auf den Klimawandel vergessen.

Die kommende Neuer Soziale Frage

Es kommt also eine neue Soziale Frage auf uns zu. Zwar gibt es nicht wenige Pandemiegewinner (wie Amazon, die Post, Fahrradgeschäfte, die Pharmaindustrie). Ihnen stehen aber viele Pandemieverlierer gegenüber: junge Menschen – manchmal an den Rand des Selbstmords; Vereinsamte, Kraftlose nach einem Jahr des Hin und Her‘s. Verloren haben Bewohnerinnen und Bewohner in Pflege- und Altersheimen, deren Demenz gestiegen ist; und jene, deren Lebenskraft durch Vereinsamung geschwunden ist. Nicht leicht haben es immer noch Menschen mit Behinderung und deren Teilnahme am gemeinsamen Leben, das wir spröde Inklusion nennen. Verloren haben jene gar nicht so wenigen Covid-Kranken, von denen jede Vierte an Long-Covid leidet; schwer haben es auch jene in den Intensivstationen nach langem Tiefschlaf Erwachten: In mühsam kleinen Schritten müssen sie jetzt wieder das Atmen, Sprechen und Gehen lernen. Zu den Totalverlierern zählen jene, denen das Virus das Leben genommen hat; mitverloren haben ihre Angehörigen. Und hat nicht auch Gott verloren, weil nicht wenige in ihrem Schmerz mit ihrem Fragen nach dem Sinn der Pandemie und des verursachten Leids ratlos vor ihm verstummten?

Die in der Coronazeit Vergessenen

Zu den Herausforderungen für die Zeit danach zählen sodann die während der Pandemie Zurückgestellten: Schutzsuchende Menschen in Kara Tepe und anderen Bereichen der Welt wurden vergessen; der Ruf nach Aufnahme einer Handvoll von Familien mit Asylbescheiden verschwand hinter den täglichen Meldungen über Inzidenzen und Schreckensmeldungen über die Toten von Bergamo oder in Brasilien. Vergessen wurde vor allem auf die sich zuspitzende Herausforderung des Klimawandels. Sie wird uns weit mehr Leid bringen und Geld kosten als die Pandemie, welche die Weltgemeinschaft hoffentlich bald unter Kontrolle bekommt.

Es gibt viele Ermutigungen

Es gibt aber nicht nur Bad-News, mit denen sich leicht Aufmerksamkeit lukrieren lässt. Auch ich will in meinem meditativen Nachdenken mit Euch an diesem pfingstlichen Mutmachersonntag nicht bei den „bad news“ länger verweilen. Denn es gibt auch viele „good news“, oft im Stillen und Verborgenen. Ihre Message: Wir haben weit mehr pfingstlichen Grund zur Zuversicht als wir in unserem Kulturpessimismus glauben.

Junge Menschen haben ältere Menschen schon gleich in der ersten Welle versorgt, machten für sie Erledigungen. Personen in sogenannten systemrelevanten Berufen haben die Grundversorgung gesichert. Schade, dass am Beginn der Pandemie die Seelsorge In Krankenhäusern und Altersheimen nicht als systemrelevant (oder besser: menschenrelevant) eingestuft worden war und zu viele Kranke, Sterbende und deren Angehörige allein gelassen wurden.

Auch das zählt zu den good news: In manchen Pfarrgemeinden wurden Telefonnetzwerke gegen die Vereinsamung Älterer, Kranker und Alleinlebender eingerichtet. Jugendliche entlasteten vor allem alleinerziehende Väter und Mütter beim Homeschooling. Die Caritas verstärkte ihren Einsatz. Es waren oftmals nicht nur Kirchenmitglieder in den pfarrlichen Projekten engagiert, sondern viele Menschen guten Willens hielten zusammen. Im Anliegen um die Aufnahme von Schutzsuchenden aus griechischen und bosnischen Lagern taten sich Gruppen der Zivilgesellschaft mit dem ORF zusammen.

Wir alle haben das Charisma der Ermutigung. Und das in vielen Variationen.

All das hat mit uns ganz persönlich zu tun. Das kann uns ein Reisender in Sachen Reich-Gottes gut erklären, der die neue „Lehre vom Weg“ (Apg 9,2) von den Juden zu den Heiden brachte und u.a. in der Hafenstadt Korinth eine Gemeinde gegründet hat.

Es war ihm ausgerechnet aus „seiner Gemeinde“ von Missständen berichtet worden. Nebenbei: Es wäre gar nicht schlecht, würde er auch unserer Kirche heute einen solchen Brief schreiben, denn auch in dieser gibt es solche Missstände – ich nenne nur stichwortartig Missbrauch, Frauenfrage oder einen klerikalen und nichtsynodalen Machtstil selbst in österreichischen Diözesen.

Paulus schreibt also seinen ersten Brief an die Gemeinde in Korinth. Paulus bleibt nicht bei den Problemen stehen. Er ist ein Ermutigungsprofi; er erinnert an die Stärken, welche die Gemeinde besitzt: und zwar jede und jeder! „Jedem ist die Offenbarung des Geistes geschenkt…“ (1 Kor 7,12), schreibt er lapidar. Und dann erzählt er begeistert davon, welche tolle Geistgaben er damals unter den Christen in Korinth entdeckt.

Angenommen, Paulus hätte uns im Blick und würde einen „Brief an die Pfingstvision“ schreiben. Dann würde er ganz bestimmt auch für Weiz und weit darüber hinaus formulieren (er hätte inzwischen das Gendern gelernt): „Auch bei Euch ist jeder und jedem die Offenbarung des Geistes gegeben!“

ERMUTIGER

Und dann würde er punktgenau für unsere Zeit der Pandemie und der großen Herausforderungen der Menschheit sagen: Eine Eurer herausragenden Gaben, „die allen nützt“, ist gerade jetzt die der ERMUTIGUNG. Ihr alle (!) seid ERMUTIGERINNEN. Denn der Heilige Geist, den ihr in euch tragt, ist nicht ein „Geist der Verzagtheit, sondern ein Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“. (2 Tim 1,7). Und er würde uns zumuten: „Baut auf, ermutigt, spendet Trost!“

Sodann würde Paulus in seinem „Brief an die Pfingstvision“ darauf aufmerksam machen, dass es unter uns erfahrene Hinschauerinnen, Kümmerinnen und Vernetzerinnen gibt! (Sie merken, dass ich die weibliche Form verwende, wir Männer sind mitgemeint!)

HINSCHAUERINNEN

Vor dem Handanlegen kommt das Hinschauen. Dann entdecken wir die Pandemieverlierenden, die mitten unter uns sind. Noch einmal erinnere ich an ihre gar nicht kleine Zahl: die Covid-Depressiven; die jungen Menschen, die selbstmordgefährdet sind; Leute, die ein Jahr lang schon kein Einkommen haben; jene, die auf Kurzarbeit sind, andere, die ihren Betrieb verloren haben. Aber auch jene, welche einen Angehörigen verloren haben oder an schweren Nachwirkungen einer Covid-Erkrankung leiden.

Alle diese Personen leben unter uns, aber oft sind sie nicht zu sehen. Es gibt eine „Verschämtheit“, die tragischer Weise gerade jene, die dringend Hilfe brauchen, dazu veranlasst, ihre Bedürftigkeit zu verstecken. So ist es leider: Es ist leichter zu helfen als sich helfen zu lassen. Diese Verschämten zu sehen ist eine große Herausforderung. Dazu hilft die Gnadengabe des Hinschauens. Sie schenkt offene Augen und Herzen mit Empathie für die Umgebung, manchmal in der eigenen Familie, der Nachbarschaft, im Ort.

Im fünften Jahrhundert hat die junge Kirche in Syrien eine Kirchenordnung erlassen. In dieser wird der Diakon als Auge der Kirche beschrieben. Er musste am Morgen den Strand abgehen, ob nicht ein Toter angeschwemmt wurde, der beerdigt werden musste. Er musst in die Dörfer gehen und schauen, ob jemand krank war oder auch der Ermutigung und Belehrung bedurfte. Das hatte er dem Presbyterium jedes Monat zu berichten, damit gemeinsame Hilfe organisiert werden konnte. Wer ist bei uns dieses „Auge der Kirche“?

KÜMMERINNEN

Worte der Ermutigung tun gut, Taten aber sind besser. Überraschend viele Personen haben sich in der letzten Zeit für einen Freiwilligendienst gemeldet. Mit Blick auf das Flüchtlingselend auf Lesbos haben auch hier in Weiz, aber darüber hinaus in vielen Pfarrgemeinden Österreichs, Menschen Wohnungen bereitgestellt, die sofort bezogen werden könnten. Was noch fehlt, ist die Zustimmung der Bundesregierung. Wir arbeiten mit Gottes Hilfe daran und bitten um das Pfingstwunder der Erleuchtung durch den Heiligen Geist. Der Geist weht, so die gute Nachricht der Bibel, ja wo er will.

VERNETZERINNEN

Mag sein, dass in Ihnen in diesem Gottesdienst der Heilige Geist die besten Saiten ihres guten Herzens zu Schwingen bringt und sie sich entschließen: Ja ich will etwas tun. Aber wo kann ich mich hinwenden?

Dazu braucht es die Vernetzerinnen. Diese gibt es professionell: in der Caritas, in der Weizer Pfingstvision. Aber könnte es nicht auch sein, dass jemand – vom Geist Gottes inspiriert – beschließt: ich will selbst eine solche Anlaufstelle in meiner Umgebung sein? Ich organisiere in meiner Nachbarschaft ein Mininetzwerk. In diesem sammeln wir Hinschauerinnen und Kümmerinnen, die Hand anlegen. Je näher zu den Bedürftigen, desto mehr sieht man und kann punktgenau helfen.

Mutkapital: Solidarität

In seinem „Brief an die Pfingstvision“ würde auch uns Paulus zum Abschluss noch darauf hinweisen, dass alle Gnadengaben nutzlos sind, wenn sie nicht vom Feuer der Liebe inspiriert sind. „Hätte ich alle nur denkbaren Gnadengaben, aber hätte die Liebe nicht“, singt er den Korinthern vor. Verliebte wählen dieses Hohelied der Liebe gern als romantische Lesung für ihre Hochzeit. Aber für Paulus hat dieses Hohelied mit den Charismen der Gemeinde in Korinth und eben auch bei uns zu tun. Paulus weiß genau, dass die uns von der Geistkraft Gottes geschenkten Gnadengaben nur dann zum wärmenden Feuer für die vielen Pandemieverlierenden werden, wenn die Charismen der Ermutigung, des Hinschauens, des Kümmerns und des Vernetzens nicht nur von professionellem Können, sondern zugleich von der Liebe inspiriert werden.

Es ist erfreulich, dass es laut Umfragen im Land eine hohe Bereitschaft zur Solidarität gibt. Aber diese Bereitschaft erstickt auf dem Weg zur Tat gar oft in einem Dschungel von Ängsten. Angst entsolidarisiert. Angst löscht die solidarische Liebe in uns aus. Sie dämpft unsere Courage, Ermutigerinnen zum Hinschauen, Kümmern und Vernetzen zu sein.

Gegen solche giftige Angst hilft allein Vertrauen. Vertrauen elterlicher Menchen lässt Neugeborene aufblühen, das Vertrauen in geliebte Menschen trägt uns durch das Leben. Das Vertrauen zueinander in der Nachbarschaft, im Land, in der Politik lässt uns zusammenhalten. Und in all diesen kleinen Erfahrungen des Vertrauens erleben wir Gottvertrauen. Weil wir uns auf ihn verlassen, können wir uns auf andere hin verlassen. Dann steht nichts mehr im Weg, dass wir Ermutigerinnen, Hinschauerinnen, Kümmerinnen und Vernetzerinnen sind. Ohne solche Menschen wäre unser Land kühler und ärmer.

Am Ende seines Briefes an die Pfingstvision würde Paulus uns schließlich ins Herz singen: „Baut auf, ermutigt, spendet Trost!“ (1 Kor 14,3b)

Dieser Beitrag wurde unter Ergebnisse veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu „Baut auf, ermutigt, spendet Trost!“ (1 Kor 14,3b)

  1. johanna spoeth schreibt:

    Lieber Professor, der Weizer Pfingstgottesdienst war großartig – werde ihn als Video teilen!
    Danke für die Hinschauer-,Kümmer-,und Vernetzerinnen – da klingen mir ja wieder die Ohren!
    Ein paar erholsame Stunden wünsche ich Ihnen – Johanna

  2. Herbert Ederer schreibt:

    Lieber Herr Professor Zulehner,
    Treffsichere und punktgenaue Analyse
    Einfach eine tolle Predigt auch wenn ich sie nur virtuell verfolgen durfte. Aber Kümmerer müssen auch ärztlichen Bereitschaftsdienst leisten
    Herzlichst
    Herbert Ederer
    Weiz

  3. Brand,Hildegard schreibt:

    … Eine wirklich bewegende, umfassende und zur Solidarität ermutigende Predigt, in der alle Seiten, das Tragische, die soziale Frage, Menschenschicksale, gute Initiativen von Menschen aus der Zivilgesellschat und das Hoffnungsvolle mit so guten und zutreffenden Aktualisierungen durchleuchtet werden. Und das zur Pandemiezeit.
    Und- welch große Schätze birgt doch die Vergangenheit für mögliche Aktualisierungen –
    … ein Diakon im 5. Jht. muss gemäß der Kirchenordnung den Strand abgehen – auf der Suche nach einem angeschmemmten, toten Menschen , dessen Würde durch eine Bestattung bewahrt werden muss. … Denken wir dabei nicht an tausende im Mittelmeer ertrunkener Flüchtlinge….!?

  4. Petra Haslbeck schreibt:

    Eine sehr einseitige Sicht.
    Ich würde dringend raten, sich mit den Folgen des lock downs und der Impfung zu beschäftigen.
    Letztere ist weder sicher, noch besonders wirksam.
    Der lock down hat nachweislich nichts gebracht.
    Viel mehr Menschen als sonst in den Entwicklungsländern verhungern, viele schwer kranke Menschen sind gestorben, weil sie nicht behandelt wurden und auf uns kommt eine Wirtschaftskrise unglaublichen Ausmaßes zu.
    Die psychischen Folgen für Kinder sind gewaltig.
    “ Es ist unvermeidlich, dass Grundrechte kollidieren.“
    Die gesamte Demokratie ist in Deutschland kollidiert, Grundrechte wurden abgeschafft, die Gewaltenteilung aufgehoben, die Medien und die Justiz gleichgeschaltet. Warum war das nötig, um einen Virus zu bekämpfen?
    Traurig, dass die katholische Kirche immer zu den Mächtigen hält.
    Wer glaubt, dass die Grundrechte den Bürgern wieder zurückgegeben werden, muss sehr naiv sein.

    • Petra Haslbeck schreibt:

      Liebe Frau Brandt,
      Zur „Pandemiezeit“ ( März und April) haben sich kath. und ev. Geistliche versteckt und und Sterbenden einsam und ohne Sakramente sterben lassen, während die Angestellten in den kirchlichen Pflegeheimen, auch die Vorerkrankten, ohne Schutz weiter arbeiten mussten.
      Hätten wir tatsächlich ein „Killervirus“, wären meine Kollegen, ich selbst und die meisten meiner Schüler längst tot.
      In vielen Pfarreien werden Gläubige, die keine Maske tragen können, vom Gottesdienst ausgeschlossen.
      Aber Kirchensteuer dürfen sie weiterhin zahlen.
      Wissen Sie eigentlich, dass es Missbrauchsopfer gibt, welchen während des Missbrauchs der Mund zugehalten wurde und die deshalb keine Maske tragen können, weil sie sonst Panik bekommen?
      Eine 28jährige Psychologin ist vor einigen Wochen kurz nach der “ Impfung“ an einer Gehirnvenenthrombose gestorben. Karl Lauterbach sagt, solche Todesfälle müsse man “ für den Impferfolg in Kauf nehmen. “
      Wer in der Kirche kümmert sich um diese Mutter, die ihr einziges Kind verloren hat? Natürlich niemand, denn ihre Tochter ist ja nur ein “ Kollateralschaden“.
      Welcher Seelsorger kümmert sich um die Kinder, die psychisch krank geworden sind? In der Kinderpsychatrie werden nur noch die Kinder behandelt, welche Suizid- gefährdet sind. Für die anderen ist keine Zeit.
      Wissen Sie, wie hoch derzeit die Suizidrate in Deutschland/Österreich ist?
      Ich empfehle folgendes Buch von Gunther Frank: Der Staatsvirus oder: Wie die Vernunft im lock down starb.
      Und nein, es handelt sich bei diesem engagierten Arzt weder um einen “ Rechten“, noch um einen “ Verschwörungstheoretiker „, vielmehr um einen der wenigen, übrig gebliebenen echten Wissenschaftler.

  5. Brand, Hildegard schreibt:

    Liebe Frau Petra Haslbeck,
    in der Pfingstpredigt von Prof. Paul M. Zulehner sehe ich keinerlei „Einseitigkeit“ . Die Vielperspektivität – auch mit Blick auf die von Ihnen angesprochenen Probleme – zeichnet ja gerade seine Predigt aus. Kommentierende können meistens nur wenig Aspekte aufgreifen..

    Die von Ihnen geschilderten, tragischen Lebensschicksale bewegen, um nicht zu sagen, erschüttern mich auch sehr stark !
    Gleichwohl halte ich es für notwendig, pauschalisierende Thesen kritisch auf deren Vernunftorientiertheit hin zu überprüfen , z. B. die These zur „Sicherheit“ und Wirksamkeit der Impfungen, des Lockdowns, die Thesen zur Abschaffung von demokratischen Grundrechten, der „Gleichschaltung“ von Medien und Justiz in unserer Demokratie, zur Haltung „der“ Kirchen in der behaupteten Einheit mit „den“ “ Mächtigen“ ( wer sind diese ?)

    Demokratien verdienten den Namen ihrer Staatsform nicht , würden sie nicht auch von ihren kritischen Bürgerinnen und Bürgern getragen, die durch ihre Kritik ( griech. : u.a. „unterscheiden“ ) auch auf Verbesserungen, Veränderungen hinwirken, für diese mitwirken…

    Ich vertraue darauf, dass das Virus und die „Lockdowns“ nicht von irgendwelchen „Mächtigen“ als Instrumente zur Installierung von „Alleinherrschaften“ durch „Abschaffung“ von Grundrechten missbraucht werden.
    Zu einem der höchsten demokratischen Werte gehört der Schutz des Lebens.
    In diesem Pandemie- Zusammenhang steht auch das „Infektionsschutzgesetz“ zugunsten der Bevölkerung:
    Frau und Mann stelle sich einmal vor, die Regierenden hätten keine einzige Maßnahme zum Schutze der Menschen in den Nationen ergriffen….
    Die Gesundheitssysteme wären alle auf eine unvorstellbare Weise zusammengebrochen – auch in unseren Demokratien … Und die Zahl der durch Corona Verstorbenen wäre um das Tausendfache g e s t i e g e n … (( in Brasilien ist das ja auch schon ( fast?) passiert – mit verursacht durch einen verantwortungslosen Präsidenten)) .

    Grausam bleibt es gleichwohl, wenn wir reichen Länder es nicht fertig bringen, die Impfstoffe gerecht zu verteilen, besonders an Länder mit vielen Verhungerten und am Rand des Hungers lebenden Menschen . Dann ist ein Weltwirtschaftssystem zu kritisieren, das schon mindestens ein halbes Jahrhundert für den Hunger in der Welt mit verantwortlich ist. In der Pandemie werden die Zustände noch verschlimmert oder sie treten noch offensichtlicher zu Tage.

    Das bedeutet jedoch nicht, dass es in unseren „reichen“ Ländern nicht auch – gerade auch durch die Pandemie verursachte – schlimme, unter die Haut gehende Armuts – Krankheits – und Todesschicksale gibt. Auch muss die Forderung nach einer gerechten Verteilung
    von Förder/ Hilfsmitteln bes. für kleine und Kleinstbetriebe noch verstärkt werden. Im Beitrag von Paul M. Zulehner wird vieles ja auch konkret aufgelistet…

    Bei all dem:
    M.E. gibt es weder unfehlbare “ Göttinnen / Götter in weiß“ , noch Politikerinnen, Politiker in perfekt genähten Kostümen oder Nadelstreifenanzugen, noch Seelsorger*Innen, die nicht auch ihre eigenen Ohnmacht wahrnehmen.

    Das heißt aber gleichzeitig: In einer Demokratie sollten wir alle, ob in oder außerhalb der Kirche, auch aus Verantwortung und Solidarität heraus, zur Verbesserung dessen, was nicht gut läuft, beitragen, so weit jede, jeder kann…
    Dabei vertraue ich aber unserer Demokratie, dass unserer Grundrechte nicht ausgehebelt werden. Wenn es Ansätze dazu geben sollte, ist es Pflicht von uns allen in einer s t r e i t b a r e n Demokratie , sich mit rechtsstaatlichen Mitteln und auf der Grundlage von Wertegrundsätzen des Grundgesetzes für deren Erhalt einzusetzen.
    Sorgen mache ich mir eher über die Macht bestimmter Konzerne z.B. im Bereich der „Digitalisierung“, wenn diese unmerklich Kontrollen und damit Herrschaft über uns freiheitliche Bürgerinnen ausüben.

    Bewunderswert sind all die Menschen, die sich im Dienst für Menschen in dieser Zeit aufopfern,
    bewundernswert aber auch die Wissenschafts-Teams, die es geschafft haben, innerhalb eines Jahres Impfstoffe mit annähernd nachweisbaren Impfwirkungen zu entwickeeln – auch im Dienst für
    Millionen, Milliarden von Menschen , hoffentlich möglichst bald auch für die Weltbevölkerung ….
    Bei keinem Impfstoff gibt es ja bekanntlich eine 100 – prozentige Wirkung; oft sind es bloß 60/70-prozentige “ Sicherheiten“ …

    Es gäbe noch viel zu argumentieren. Mögen wir alle solidarisch nach vernünftigen und zugleich menschlichen Lösungswegen suchen – und diese zum Wohle aller finden … .
    In diesem Sinne : Pace e bene
    Hildegard Brand

    • Petra Haslbeck schreibt:

      Sie bringen- wie erwartet- nur Allgemeinplätze.
      Es geht hier nicht um ein paar Einzelfälle.
      Die Kirche hat nicht in ein paar Einzelfällen versagt, sondern vollständig. Sie hat die ausschließlich auf Panik und Propaganda und nicht auf wissenschaftlicher Einsicht basierende Politik in Deutschland und Österreich unterstützt.
      Lesen Sie das empfohlene Buch. Schauen Sie die Aussagen von bekannten Wissenschaftlern wie dem Verfassungsrechtler Dietrich Murswiek an unter der Überschrift „Wissenschaftler stehen auf“ an.

      Lesen Sie die Papiere des Bundesinnenministeriums, v.a. “ Wie wir Covid 19 in den Griff bekommen“ und denken Sie dabei über folgende Frage nach: Welche Art von Politiker arbeitet mit Panikmache?
      Dann können wir uns weiter unterhalten.

    • Petra Haslbeck schreibt:

      PS
      1. Über die Wirksamkeit des Impfstoffes wissen wir so gut wie nichts bis dato.
      Wie kommen Sie auf 60 %?
      2. Über die Nebenwirkungen wissen wir schon einiges:
      Die Blutgerinnung wird bei ca. einem Drittel gestört – Gefahr von Thrombosen und damit Lebensgefahr.
      Es sind schon einige, v.a. junge Menschen gestorben ( Quelle: EMA)
      Wie viele Menschenleben darf man opfern, um ein Menschenleben zu retten?
      3. Die Grundrechte wurden bereits aufgehoben (in Deutschland ab dem 23.03. 2020, Quelle: Infektionsschutzgesetz)
      Im neuen Infektionsschutzgesetz wurde sogar der Rechtsschutz aufgehoben. ( s. Prof. Murswiek) Die Grundrechte dürfen nicht entzogen werden, auch nicht auf Zeit, denn sie beruhen auf der Würde des Menschen, die wiederum auf der Ebenbildlichkeit Gottes gründet. Und da sagt kein Bischof oder Theologe etwas dazu?

  6. Brand, Hildegard schreibt:

    Zu Petra Haslbeck:
    … 6O -70 % ( je nach Altersstufen) beziehen sich beispielhaft auf andere, über viele Jahre eingesetzte und empfohlene Impfstoffe, z.B. gegen Grippe, die ja bekanntlich wegen der nicht immer mit Sicherheit vorhersehbaren Veränderungen der Erbinformationen in jedem Jahr angepasst werden müssen. Das ist im aktuellen Zusammenhang mit “ Corona-Impfungen“ auch nicht ausgeschlossen und zeigt:

    auch in Forschung und Wissenschaft ist eine 100 % „Sicherheit“ nur schwer herstellbar. Dieser Befund kann jedoch m.E. kein vernünftiges Argument dafür sein, jeglicher Impfung eine bestimmte positive Wirkung abzusprechen.
    Wir werden damit leben müssen, dass „Unsicherheiten“ und Risiken weiter bestehen bleiben, besonders was viral bedingte Pandemien betrifft.
    Das bedeutet auch, dass wir uns auf Wissenschafts – und Politik – Ebenen auf die Notwendigkeiten einstellen müssen, global immer wieder neu abzuwägen und Entscheidungen zu treffen – jedoch immer und unbedingt mit größtmöglicher Achtsamkeit auf unsere Demokratien mit ihren Werten, z.B. der Menschenwürde und des Lebensschutzes usw. – .
    Einen Luftraum mit einer klinisch reinen „Leichtihgkeit des Seins“ kann es dann vielleicht nicht mehr geben?

    Und zu den Grundrechten:
    Ich bin froh, dass es in unserer Demokratie das Bundes-Verfassungsgericht gibt und Richterinnen sich in deren Dienst stellen.
    Aktuell geht es eher um „Einschränkungen“ von bestimmten Rechten zum Schutz der Gesamtbevölkerungen ( auch wenn es für uns alle, für einen Teil der Bevölkerung in besonderer Weise, sehr stark belastend ist). Es geht nicht um generelle „Abschaffung“ über unabsehbare Zeiten hinaus, wie Herr Gauland in “ Panikmache“ suggerieren will, wenn er ein schwarzes Bild für die Zukunft malt, in der er die Übertragung der Einschränkungen auch auf andere Konflikt-Bereiche, wie z.B. in Bezug auf Klimaschutzgesetze, kommen sieht…

    Und – auch bei hochkarätigen „Rechtsexperten“ , sogar auch bei „Wissenschaftlern“ halte ich es für angebracht, ihre Statements kritisch auf eine eventuelle Ideologie-Belastetheit zu untersuchen und sie zu hinterfragen. Ein Vergleich mit anderen, manchmal gegenteiligen Aussagen halte ich für hilfreich…

    • Petra Haslbeck schreibt:

      Frau Brand,
      Ich beschäftige mich seit über einem Jahr mit den politischen, und wirtschaftlichen und juristischen Aspekten der Pandemie. Ich bin gelernte PTA und Geisteswissenschaftlerin.

      Auf meine konkreten Hinweise gehen Sie nicht ein, sondern es kommen weiterhin Allgemeinplätze.
      Sie denken in Schemata und in Schwarz- Weiß-Schablonen, was Ihr Hinweis auf Alexander Gauland und “ Ideologie“ ganz klar zeigt. Was habe ich mit Alexander Gauland zu tun? Sie glauben, wenn jemand CDU oder ÖVP kritisiert, handelt es sich um eine AFD- Anhängerin, eine Böse im Gegensatz zu den Guten, auf deren Seite Sie sich wähnen?
      Herrn Gauland braucht man ebenfalls nicht, um Einschränkungen bezüglich des Klimaschutzes zu erwarten, denn die Bundesregierung hat beim Bundesverfassungsgericht bereits nachgefragt. Und der von Frau Merkel frisch eingesetzte neue Präsident, ein CDU-Mitglied, hat in einem Gutachten bestätigt, dass die Grundrechte auch in diesem Fall stark eingeschränkt werden dürfen! Ministerpräsident Markus Söder findet dies klasse!
      Überprüfen Sie bitte lieber Ihre eigenen ideologischen Vorbehalte und beschäftigen Sie sich mit wissenschaftlichen Untersuchungen betreffend der Pandemie.
      Sie glauben immer noch, dass das Gesundheitswesen ohne lock down zusammengebrochen wäre. Lesen Sie bitte die Analyse von Prof. Matthias Schrappe dazu.
      Auch pfeiffen es bereits die Spatzen von den Dächern, dass der lock down im März 2020 erst begonnen wurde, als die Zahlen schon im Sinken waren. Um das in Erfahrung zu bringen, braucht niemand die AFD, sondern man lese einfach die neue Studie der LMU, die Staaten mit gravierenden Eingriffen und ohne solche vergleicht und zu dem Schluss kommt, dass diese Maßnahmen so gut wie keinen Einfluss auf das Infektionsgeschehen hatten.
      Übrigens hat nicht die AFD oder sonstige Opposition Einfluss auf die Wissenschaft genommen, wohl aber die Bundesregierung. Das ist inzwischen erwiesen!
      Dazu empfehle ich Ihnen noch einmal die Beiträge bei #Wissenschaftstehtauf.
      Glaube nichts, hinterfrage alles, denke selbst!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s