Synodalität verlangt respektvollen Dialog

Zu den Entwicklungen in der Diözese St. Pölten von Hans Schelkshorn und Paul M. Zulehner

Er war mit Vorschusslorbeeren aufgenommen worden. Seine Zuhörenden begeistert er durch biblisch fundierte Predigten. Er versteht sich mit Leuten aus der Bischofskongregation bestens und kann dort – an Nuntius und Kardinal vorbei – seine Anliegen auf direktem Weg regeln. Im Kurier hat Martin Gebhart berichtet. Seine Kontakte zu den Mächtigen in Politik und Wirtschaft sind vorzüglich. Die besten Voraussetzungen also für einen Neustart. Die Rede ist von Bischof Alois Schwarz, der gegen seinen erklärten Willen von Kärnten nach Niederösterreich versetzt worden ist.

In den letzten Wochen hat uns jedoch eine Flut an verzweifelten Stimmen erreicht, die uns zutiefst erschüttert hat. Ehren- und hauptamtliche MitarbeiterInnen, die sich seit Jahrzehnten mit all ihren Kräften für die Diözese St. Pölten einsetzen, sehen – ihrem Empfinden nach – im autoritären Vorgehen von Bischof Schwarz bei der Durchsetzung eines neuen Strukturplans eine gefährliche Demontage der Diözese, mit unabsehbaren Folgen für die Kirche in Österreich.

Da Bischof Alois Schwarz im Kurier und zuletzt in seinem Brief an die Mitarbeitenden in der Diözese bereits selbst in der Öffentlichkeit das Wort ergriffen hat, schien es uns angebracht, im Sinne eines „audiatur et altera pars“ mit Sachverstand, und ohne den gebotenen Respekt und die Liebe zu verletzen, eine alternative Sichtweise vorzulegen, die sich auf genaue Recherchen stützt.

Hoffnung auf Neustart

Bischof Kurt Krenn war nicht gerade ein Segen für die Diözese St.Pölten. Auch bestätigte sich, dass es nicht weise ist, einem Visitator, der in dieser Aufgabe vertrauliche Kenntnisse erworben hat, zum Nachfolger des Visitierten zu machen. Bischof Klaus Küng hat sich redlich um eine versöhnende Dynamik bemüht; auf Grund seiner Befangenheit in diesem Rollenkonflikt und der schwierigen diözesanen Vorgeschichte war ein heilendes Wirken jedoch kaum möglich. So war die Erwartung in der Diözese an Bischof Alois Schwarz groß. Dies konnte auch leicht geschehen, weil niemand wirklich informiert war, was in Kärnten los war und warum es zu dieser „Strafversetzung“ gekommen war. Erst später erschienen einschlägige Informationen in der Kleinen Zeitung und in News. Aber selbst diese nicht ermutigenden Nachrichten änderten nichts an der Bereitschaft in der Diözese, dem Bischof einen Neustart zu ermöglichen.

Es schien anfangs gut anzulaufen. Mit Hilfe des Engagements des Direktors der Pastoralen Dienste wurde ein Diözesanrat eingerichtet. Unter der Leitung von Bischof Alois entstand zudem ein Gremium, das mit vier Mitgliedern aus dem Konsistorium, drei Laiendirektoren und drei Frauen, die Diversität, aber auch die erhoffte Synodalität der Diözese abbildete. Als Nachdenkgremium sollte es den Bischof in pastoralstrategischen Überlegungen beraten und begleiten. Dieses Gremium wurde zum internen Symbol für einen vertrauensvollen Neustart von Bischof Alois Schwarz.

Und dann kam ein Alleingang

Während des ersten Lockdowns im März und April 2020 war dann Bischof Alois sechs Wochen auf Tauchstation. Als er wieder auftauchte, ging es Schlag auf Schlag. Der Bischof hatte ohne jegliche Absprache die Firma „BOLD“ mit dem Unternehmensberater Robert Neumann[1] beauftragt, für die Diözese eine neue „flache“ Organisationsstruktur zu entwerfen. Der Vertrag mit der Firma wird selbst vor dem Konsistorium und anderen relevanten Gremien und engsten Mitarbeitenden streng geheim gehalten: Die Kosten werden auf 70-150.000 Euro geschätzt. Die Firma Neumann – in Kärnten ansässig – besitzt kein ausgewiesenes theologisches Knowhow: „Einer Firma ohne Erfahrung bzw. ohne Kenntnis kirchlicher Vorgänge wurde offensichtlich mehr vertraut als Verantwortungsträgern und Mitarbeitern innerhalb der kirchlichen Strukturen“, so heißt es in einem uns vorliegenden Positionspapier. Die Firma führte Gespräche mit 50 Personen zur Diagnose.

BOLD lieferte einseitigen Defizitbericht

Herauskam, so bewerten es diözesaneigene Kenner der Organisationsentwicklung, ein reiner Defizitbericht, mit dem später die Filetierung der Pastoralen Dienste begründet wurde. Mit einer geplanten Verflachung der Organisation soll die weitgehende Eigenständigkeit der Pastoralen Dienste reduziert, die Leitung dieser größten Dienststelle der Diözese abgeschafft und diese direkt dem Bischof und dem Generalvikar untergeordnet werden. Den bisherigen Leiter Hans Wimmer informierte der Bischof einen Tag vor der Präsentation des Organigramms vom Auslaufen seiner Funktion in den Pastoralen Diensten. Der geistliche Leiter des Hauses in der Klostergasse, Gerhard Reitzinger, wurde von dieser Enthebung nicht informiert.

Von vielen engagierten ehren- wie hauptamtlichen MitarbeiterInnen der Diözese wird Direktor Wimmer in den mittlerweile drei Jahren der Amtszeit des Bischofs als vertrauensvoller und loyaler Weggefährte von Alois Schwarz beschrieben. Es gab nach den vielen Kontakten zwischen der Leitung der Pastoralen Dienste und dem Bischof dem Vernehmen nach nie ein Zerwürfnis.

Es meldet sich Widerstand

In einem Brief vom 5. Juni 2020 informierte der Bischof die MitarbeiterInnen der Diözese über den Beginn des OE Prozesses. Darin beschreibt er, dass in den zwei Jahren seines Wirkens die Diskussions- und Begegnungskultur mit der Einrichtung dreier Gremien gestärkt wurde. Er meinte damit den Diözesanrat, den Pastoralrat und die Frauenkommission. An allen drei Gremien war der Direktor der Pastoralen Dienste Johann Wimmer maßgeblich förderlich beteiligt.

Nachdem Mitglieder des Lenkungskreises massive Kritik an der Beraterfirma geübt hatten, setzte Bischof Schwarz kurzerhand den Lenkungskreis ab und führte diesen in einen diözesanen Führungskreis über, dessen Auftrag es ist, die Ergebnisse des Prozesses umzusetzen.

Die Expertise einer Teilprojektgruppe zum Thema „Organisation und Struktur“ war mit den Überlegungen des Bischofs und seiner Beraterfirma nicht kompatibel, daraufhin löste der Bischof auch diese Teilprojektgruppe auf.

Ein Zukunftsprozess des Bischofs für die Diözese

In einem KURIER Artikel vom 13. März lässt der Bischof ausrichten, dass mit dieser Strukturreform die Doppelgleisigkeiten zwischen den Pastoralen Diensten und dem Domplatz abgeschafft würden. Am 19.3.2021 erläuterte und konkretisierte der Bischof in einem Brief an alle Mitarbeitenden des Bistums die „Zielsetzung des Zukunftsprozesses“, die er in „allen Gesprächen, Terminen, Treffen, sowohl physisch als auch digital, immer wieder wiederholt“ hat, und fügte an: „Mir ist es wichtig, hier in der Diözese kirchliche Strukturen zu ermöglichen, die aus der Beziehung der einzelnen Menschen zu Gott ihren Auftrag haben.“

Als der spätere Erzbischof Georg Eder noch als Pfarrer von Altenmarkt den wenigen Bewohnern in Zauchensee eine schmucke kleine Holzkirche gebaut hatte, traf ich [pmz] einen Gastwirt und fragte diesen, wie ihm die Kirche gefalle. Seine ekklesiologisch toprichtige Antwort: „Isch net unsre Kirch‘! Isch die Kirch‘ von der Kirch‘!“ Genauso sehen diözesane Mitarbeitende den vorgelegten Zukunftsprozess, den der Bischof mit BOLD im Alleingang ausgeheckt hat: „Domkapitel, Konsistorium, Priesterrat, Dechantenkonferenz, Pastoralrat noch Berufsgemeinschaften der PastoralassistentInnen und Diakone oder Ehrenamtliche z.B. Katholische Aktion wurden weder befragt noch informiert“, so ein Lagebericht aus der Diözese. Es ist nicht der Zukunftsprozess der Diözese, sondern der Zukunftsprozess des Bischofs.

Ein solches ekklesiologisches No-go geschieht leider im Namen vermeintlich moderner Führungskultur. Hier liegt übrigens der Grund, warum selbst McKinsey bei den vielen Diözesanstrukturprozessen das theologische Latein ausgegangen ist.[2] Das Gottesvolk lebt von Menschen und nicht von Strukturen: ganz zu schweigen davon, dass Gott viel Respekt vor dem Wirken seines Geistes in allen Kirchenmitgliedern durch einen Bischof verdient.

Bei Kritik: Absetzung und Auflösung

Schon als erste Details über den aufgesetzten Organisationsentwicklungsprozess bekannt wurden, wurde umgehend der Diözesanrat beim Bischof vorstellig und beklagte sich über den völlig intransparenten Alleingang des Bischofs. Die Auswirkungen waren: Der Diözesanrat wurde stillgelegt und kommt im neuen Organigramm gar nicht mehr vor. Dem Leiter der Pastoralen Dienste wurde inzwischen in jenem Brief, den der Bischof an alle Pfarren und Mitarbeitenden der Diözese schrieb, die Verantwortung zugeschoben, dass er den Konflikt provoziert und seine Mitwirkung an der Umsetzung des Prozesses verweigert hätte. Der Bischof hat Herrn Wimmer bis Ostern außer Dienst gestellt, um für ihn in dieser Zeit in einem gemeinsamen Gespräch eine neue Funktion zu suchen. Einen Großteil der Mitarbeitenden in der Diözese verwundert die im Brief zeitgleich allen kundgetane Dienstfreistellung des erübrigten Direktors der Pastoralen Dienste sehr.

Kritik lässt sich aber nicht mit Dienstfreistellung, Absetzung und Auflösung aus der Welt schaffen. Solche Maßnahmen heben den Konflikt lediglich auf eine neue Eskalationsstufe, so der weise anerkannte Organisationsentwickler Friedrich Glasl (Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte und Berater, 41994).

Die Betroffenen haben bislang erstaunlich stillgehalten. Die Diözese, der sie zumeist schon lange und mit Herzblut dienen, sollte nicht neuerlich beschädigt werden. Aber hinter der schönen Fassade, die Martin Gebhart von der den Plänen des Bischofs in seinem Kurierbeitrag zeichnet, herrschen Chaos, Aufruhr und Zorn. Tiefe Enttäuschung hat sich breit gemacht. Inzwischen wurden der Kardinal, der Nuntius, andere österreichische Bischöfe aus der Diözese heraus informiert. Auch erreichen Bischof Alois Schwarz aus der Diözese zahlreiche Briefe.

Ohne Gespür für die Dynamik der Organisationen der Diözese wird von Bischof Schwarz gegen einen Großteil der engsten Führungskräfte ein neuer Strukturplan „aufgesetzt“. Der Bischof ist dabei, das wichtigste Kapital einer guten Amtsführung, nämlich Vertrauen, gänzlich zu verspielen. Vielleicht treibt den Bischof die Angst, dass sein nunmehriger Zukunftsprozess in St. Pölten ebenso im Sand verläuft wie sein Leitbildprozess in Kärnten.

Versetzen verändert nicht Handlungsweisen

Spätestens hier zeigt sich, dass es nicht viel bringt, ohne ersichtliche Veränderung der Handlungsmuster einen Bischof in eine andere Diözese zu versetzen. Das funktioniert nicht bei Personen, die Kinder sexuell missbrauchen, und nicht bei Bischöfen, die das Diözesanvolk – dem sie, so die mystische Theologie des Ostens, angetraut sind – mit ihrem Machtstil „misshandeln“. Hier hilft nur, wie Max Friedrich von der Kinderpsychiatrie der Universität Wien mit Blick auf die Missbrauchstäter einst meinte, die alte Weisheit aus dem Bußsakrament: „Du sollst die Gelegenheit zur Sünde meiden!“ Das gilt für Kindesmissbrauch, aber auch für Machtmissbrauch.

Ist es nicht ein Missbrauch von bischöflicher Macht, wenn gegen alle Lehre vom synodalen Wesen der Kirche die Neugestaltung der Diözese nicht von allen Betroffenen beraten und entschieden wird? Ist es nicht ein unzulässiger Einsatz von Amtsmacht, wenn Kritik mit Auflösung von Organisationen/Gremien und Absetzung von unbequemen Kritikern quittiert wird? Gegen solches Fragen hilft es nicht wirklich, wenn der so handelnde Bischof den „aufgesetzten“ Zukunftsprozess als Dienst an Gott und seinem Volk schönt. Es schmerzt, angesichts der Missachtung der Vertreter des Gottesvolks im Brief des Bischofs zu lesen: „Das Wichtigste in unserer Diözese sind die Gläubigen und deren gelebter Glaube.“

Aufarbeitung mit externer Kommission

Bischof Alois Schwarz hat noch sechs Jahre Zeit. Ohne substantielle Veränderungen ist sein derzeit geübter Amtsstil einer Diözese, die gerade schwierige Leidenszeiten hinter sich gebracht hat, schwer zumutbar. Es gibt bei den Verantwortlichen dringlichen Handlungsbedarf, und dies auch dann, wenn manche in Rom immer noch schützend die Hand über den Bischof halten. Das Mindeste, was eingerichtet werden muss, ist eine externe Kommission – also mit Teilnehmenden, die nicht aus Österreich und der eigenen Kirchenprovinz stammen.

Es ist dringlich, dass dieser veritable Konflikt im eigenen Haus der Kirche in konstruktiver interner Kommunikation, mit Beteiligung der Verantwortlichen in der Diözese, der Bischofskonferenz, dem Nuntius einer Lösung zugeführt wird. Diese höchst dringliche Kommission muss sich angesichts des Konflikts und des vorhersehbaren und sich bereits anbahnenden Aufruhrs im Kirchenvolk ein faires, pastoraltheologisch kompetentes Urteil bilden und Lösungen mit bindenden Konsequenzen vorschlagen. Bischof Schwarz könnte dem zuvorkommen, Größe und Stärke zeigen und an den Start zurückkehren, und einen wirklich synodalen Neuanfang wagen: Warum nicht hoffen?

Erst wenn beide Seiten sich in die Überlegungen und Emotionen der anderen Seite einfühlen können, kann endlich ein gemeinsamer Weg gegangen werden. Eskaliert aber der Konflikt weiter und wandert er auf der Eskalationsstufenleiter noch weiter nach oben, kann es am Ende nur Verlierende geben. Die letzte Stufe bei Friedrich Glasl heißt dann „gemeinsam in den Untergang“. Aber das kann doch in St. Pölten niemand ernsthaft wollen.

In diesem Jahr gedenken wir in besonderer Weise der Katholischen Soziallehre; deren Prinzipien, insbesondere das Prinzip der Personalität und Subsidiarität, gelten auch und in besonderer Weise für die Kirche selbst.

Hans Schelkshorn – Paul M. Zulehner


[1] Robert Neumann steht in Verbindung mit der Business School in St. Gallen. Die renommierte Universität St. Gallen legt Wert – so das Ergebnis einer Nachfrage – darauf, dass sie mit dieser Einrichtung nichts zu tun hat. Auf der Firmenhomepage kann man lesen: „BOLD steht im englischen Synonym für folgende Eigenschaften: #tapfer, #mutig, #frech, #souverän, #kühn, #entschlossen.“

[2] In einem Bericht aus dem Bistum Trier aus dem Jahre 2003 (!) ist zu lesen: „Es ist in Kirchenkreisen bereits von einer Post-McKinsey-Depression die Rede. Die massiven Eingriffe in die Organisationsstruktur der Kirche hinterlassen eine resignative Schwermut, die nur durch jahrelange Organisationstherapie aufgefangen werden kann.“

Dieser Beitrag wurde unter Ergebnisse veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

32 Antworten zu Synodalität verlangt respektvollen Dialog

  1. Joseph schreibt:

    “ Und dann kam ein Alleingang “ ???? Wir werden uns an die ALLEINGÄNGE gewöhnen müssen!
    Es ist letztendlich geltendes Kirchenrecht ! — Auch bei allen Beteuerungen von „Synodalität“ und „Partnerschaft“ und „Partizipation“ ….
    „Wem es nicht passt, der kann ja gehen …“ —-> Am Besten zu den Protestanten, dort sind solche „Gemeindeverfassungen“ ja seit alters her üblich.

    • mailpro schreibt:

      Die Pharisäer beriefen sich auch immer auf Recht und Ordnung. Die Antwort Jesu wissen Sie hoffentlich.

      • Joseph schreibt:

        So gerne ich Ihnen recht gebe! Ich habe doch nur hingeschrieben wie ich es empfinde, herabgebrochen auf die Erfahrungen und die „sachlichen Gegebenheiten“.
        Es steckt kein „Herzblut“ in meinen Zeilen von vorhin, es ist nur ein desillusionierter Eindruck von den laufenden Ereignissen in der Institution Kirche!

  2. Ulrike Brustmann-Sieber schreibt:

    Ernsthaft ??? Ein Unternehmensberater um 70-150.000 Euro ?????
    für die Kirchenorganisation ???? Tut mir leid ich verstehe das nicht !!! Wie hat die Kirchen das dann früher gemacht und zwar ohne Unternehmensberater – Die Menschen (Kirchenmitglieder) waren früher ja auch nicht dumm…………

  3. Richard Demattio schreibt:

    Vorgehensmodell vieler Unternehmensberater:
    1.) rede nicht von Menschen, sondern von „human resource“ (also menschliches Material)
    2.) zerstöre alles, dann brauchst du keine Zeit vergeuden, das Existierende zu verstehen
    3.) verbreite Angst und schaffe Unsicherheit, dann werden die Leute kuschen
    4.) „divide et impera“ – schaffe Zwiespalt, dann haben die Leute genug damit zu tun, sich gegenseitig zu misstrauen und zu bekämpfen

    Und der Bischof holt sich Berater, die offensichtlich als geistige Zombies überlebt haben.
    In modernen Unternehmen gelten heute nämlich folgende Werte:
    1.) Empowerment – fördere Deine Mitarbeiter,, dann werden sie über sich hinauswachsen
    2.) Fehlerkultur – nicht: suchen und bestrafen von Schuldigen, sondern daraus lernen
    3.) selbstlernende Organisationsformen – Evolution und nicht Revolution
    4.) partizipativer Führungsstil auf Augenhöhe mit allen

    Abschließend ein passendes Zitat, das ich kürzlich gelesen habe:
    Wenn ich mit einem Manager rede, habe ich das Gefühl, dass ER wichtig ist.
    Wenn ich mit einer Führungspersönlichkeit rede, habe ich das Gefühl, dass ICH wichtig bin.
    (Gilt für Männer, wie für Frauen)

    • Joseph schreibt:

      Sehr geehrter Herr Demattio !
      Zu Ihrem Zitat:
      „Wenn ich mit einem Manager rede, habe ich das Gefühl, dass ER wichtig ist.
      Wenn ich mit einer Führungspersönlichkeit rede, habe ich das Gefühl, dass ICH wichtig bin.“
      habe ich eine Frage: Was haben Sie für ein Gefühl wenn Sie mit ihrem Bischof reden?
      und mit ihrem Ordinariatskanzler?,,
      dem Generalvikar ??
      und den Pastoralamtsleiter ?
      und welches Gefühl beschleicht Sie wenn Sie mit Ihrem Pfarrer reden?
      — aber wir haben keine „besseren“, die berufen sind !! – wir müssen mit denen leben, beten und arbeiten, die bestellt und ins Amt eingesetzt sind !!!
      (Da hilft kein lästern und kein Agitieren!)

      • Richard Demattio schreibt:

        Hallo Joseph, ich möchte mit dem Pfarrer und seinem Team in und für unsere Pfarre beginnen:
        Da habe ich ein gutes Gefühl. Kommunikation und Zusammenarbeit funktioniert auf Augenhöhe und das, obwohl unser Pfarrer für alle fünf Pfarren der Stadt Langenlois verantwortlich ist.
        Beim früheren Generalvikar Gruber hatte ich ebenfalls immer das Gefühl, dass er zuhört, das Gesagte ernst nimmt und sich um Anliegen aktiv kümmert.
        Mit den anderen von Ihnen genannten Leuten hatte ich bisher noch keine Gelegenheit für direkte persönliche Gespräche.
        Nun zu Ihrer Aussage, wir müssten nehmen, was da ist.
        Da bin ich ganz und gar nicht Ihrer Meinung.
        Wenn ein Bischof beginnt, jene Fehler zu machen, die die kapitalistischen Großkonzerne inzwischen verworfen haben und christliche Werte, wie Nächstenliebe über Bord wirft, dann ist Widerspruch gerechtfertigt.
        Siehe auch: Mt 18-15 bis Mt 18-17

  4. Johanna Spöth schreibt:

    Wann gibt es endlich Frieden für diese Diözese? Die Mitglieder haben ja schon genug in der Vergangenheit gelitten – Ostern ein Fest der Versöhnung?

  5. Brand,Hildegard schreibt:

    Hier ein paar schwindelerregende Eindrücke des Geschehens auf eine Außenstehende:
    …. von unten hinaufblickend auf ein hohes Gerüst, dessen stabilisierende Stangen gerade zeitgleich ohne Vorwarnung demontiert werden – auf Anordnung des hauptverantwortlichen Bauherrn nach Beratung durch einen fachfremden Unternehmensberater – , ungeachtet der Menschen, Fachfrauen und – männer, die sich gerade auf den einzelnen Gerüst-Etagen befinden. Sie werden mit in die Tiefe gerissen. Und – hinter dem abgerissenen Gerüst erscheint das eigentlich zu sanierende Gebäude… Davor liegend: die „Kollateral-Geschädigten“ , der De-Montierende über sie hinwegsteigend…

    Nicht – bildhaft gesprochen:
    M. E. wird dadurch ein gesamtkirchliches Problem/ Dilemma (?) deutlich:
    Das Spannungsverhältnis zwischen dem Verständnis von „Kirche“ als „Institution“ einerseits und dem Verständnis von „Kirche als Glaubensgemeinschaft von Menschen“ andererseits.
    Als Institution existiert sie real, in Einzelstaaten und global etabliert, mit einem Netz von Regularien, „Behörden“ , jeweiligen Aufgabenbereichen, Organisationsstrukturen, die in ihren jeweiligen historischen Kontexten verschiedenen Wandlungsprozessen, aber auch Erstarrungen unterlagen, unterliegen. Nicht zu unterschätzen ist der zu verwaltende, materielle Besitz, das börsen-orientierte Kapital usw. , auch in den Diözesen ( ohne das brächen sie zusammen? ) .

    Eigentlich sollten Institutionen menschlichen Gemeinschaften mit ihren einzelnen Individuen und ihren Bedürfnissen in ihren jeweiligen historischen Kontexten dienen ( so auch die Kirche), ansonsten könnten sie obsolet werden und zum toten Selbstzweck-Monster mutieren.
    Institutionen sind zweckdienlich an bestimmte Inhalte gebunden.

    Die „Institution Kirche“ ist jedoch nicht an i r g e n d e i n e n Zweck gebunden, sondern an Handlungsmotive, deren Legitimation sie aus ihrem Glauben heraus und aus dem christlichen Autrag zur „Caritas“ schöpfen sollte. Handeln müssen immer die Menschen, die sich diesem Auftrag verpflichtet fühlen. Werden Menschen durch etwaige, notwendige Strukturreformen des „Institutionsapparates“ von diesem abgespalten, entsteht eben ein sich verselbstständigendes Institutions-Monster o h n e M e n s c h e n und Inhalte darin.
    Die Kunst ist es, beides zusammenzufügen: Kirche als Institution mit stützenden Pfeilern und Kirche als Glaubensgemeinschaft. Dazu braucht es neue „Evaluationsmodelle“, welche sich eben an diesen Inhalten ( „Inhalt“ = die Menschen als Glaübige und Caritative) orientieren, nicht an Waren und Gewinnmaximierung . Die angemessenste Form der Kommunikation ist heutezutage das Modell des „kommunikativen Handelns“ im Diskurs von gleichberechtigten, freien „Subjekten“.

    Jetzt das Problem:
    bisherige institutionell etablierte Kirchenstrukturen bauten auf einer Vielzahl von Gemeinden, mit einer Vielzahl von Gläubigen, Priestern und Bischöfen auf.
    Was aber , wenn die Anzahl von Gläubigen, Priestern, immer mehr schwindet !?
    Dann wird mit brachialer Gewalt w i e in einem Großunternehmen „rationalisiert“.
    Nur- in einem Konzern werden die Menschen gewinnorientiert „weg-rationalisiert“ – ob ohne oder mit pseudo-kommunikativem „Führungsstil“.
    In der Kirche jedoch müssten die Menschen wieder “ hinein-rationalisiert“ werden. Wenn das nicht gelingt, wird ständig umstrukturiert, auch gegen den Willen der noch Engagierten, in dem Glauben, die leeren Kirchengebäude ließen sich s o wieder mit Menschen füllen, denen das Vertrauen, der Glaube an mitunter abstruse und unzeitgemäße Glaubensinhalte, d.h. an die Glaub-Würdigkeit des Glaubens und so mancher institutionellen „Repräsentanten“ abhanden gekommen ist.
    Wäre es das Schlechteste, wenn kleinste Gruppen- Gemeinschaften sich bilden und einzig und allein ihrem bescheidenen Auftrag nachkommen würden, in „Caritas“ dem Menschen zu dienen – wo und in welchem Beruf auch immer …?
    Dann müsste allenfalls die Verteilung des Kirchen- Kapitals an alle Bedürftigen dieser Erde verwaltet, organisiert werden ….
    Was bleibt, sind dann noch die kleinen und großen Kirchen g e b ä u d e als mehr oder weniger schöne, zu erhaltende Kulturgüter
    – trostlos jedoch – nur die besichtigenden Menschen darin…
    im Andenken an die große Rede „des toten Christus vom Weltgebäude herab…“
    ( so ungefähr : Jean Paul)

  6. Peter schreibt:

    Ich verstehe die Problematik nicht. Jedem Geschäftsführer eines Unternehmens in der Privatwirtschaft wird zugestanden sich beraten (auch von externen Beratern) zu lassen, danach Entscheidungen zu treffen und diese umzusetzen. Warum also nicht auch in einer Diözese? Wo liegt die Problematik wenn eine neue Struktur aufgesetzt wird? Ein Bischof der die Zeichen der Zeit erkennt (z. B. Rückgang der Gläubigen und daher weniger Einnahmen) und bestrebt ist durch organisatorische Änderungen die Kirche zukunftsfit zu machen ist doch zu begrüßen. Bischof Schwarz ist endlich ein Bischof der seine Verantwortung für die Organisation der Diözese ernst nimmt und nicht davor zurückschreckt intern unpopuläre, jedoch notwendige Maßnahmen umzusetzen. Warum muss/darf der Bischof als Führungskraft nur dann Entscheidungen treffen und Maßnahmen umsetzen wenn alle, wirklich alle im pastoralen Dienst Beschäftigten (ich gehe von jenen aus die in einem Arbeitsverhältnis zur Diözese stehen) mit der Entscheidung des Bischofs übereinstimmen? Genau das ist es doch woran die Kirche krankt, sie krankt an einer Struktur wo es bis dato üblich war dass Bischöfe sich nicht trauten intern unpopuläre Maßnahmen zu setzen. Ja, ich als Gläubiger finde es richtig und notwendig, dass endlich Entscheidungen und Maßnahmen gesetzt werden. Und bitte nicht vergessen: die Pastoralen Dienste werden nicht abgeschafft. Es erhalten die Bereichsleiter mehr Kompetenzen, eine Ebene (eben der Direktor) wurde eingespart und die Pastoralen Dienste rücken näher zu Bischof und Generalvikar. Dass der ehemalige Direktor an seinem Job hängt ist verständlich, aber es sollte auch nicht verschwiegen werden dass diesem eine Stelle in der neuen Organisation angeboten wurde. Dass dieser dann die Stelle nicht annehmen will ist seine höchstpersönliche Entscheidung. Dann jedoch zu versuchen zukunftsweisende Maßnahmen nicht nur nicht mittragen zu wollen, sondern zu versuchen diese zu torpedieren ist keine Art.
    Und eines ist ganz klar: Es gibt nicht nur die angeführte Managenentfirna die in die Reform eingebunden ist, sondern sind in den Arbeitsgruppen auch Persönlichkeiten der Diözese eingebunden. Diese sind bereit an der Zukunft der Diözese mitzubauen.
    Und noch etwas nicht Unwesentliches: Bischof Schwarz hat vor Beginn des Organisationsprozessess, in einem Brief an die Mitarbeiter und auch medial klargestellt, dass kein Mitarbeiter seine Anstellung verlieren wird. Wo gibt es so etwas in der freien Wirtschaft? Dass eine Reform jedoch Änderungen mit sich bringt, bei welcher auch Dienstposten sich verändern – dies liegt auf der Hand. Eine Reform wo der Status quo fortgeschrieben wird, wäre ja wahrlich keine. Aber ich denke auch, dass man auch in dieser Situation wieder sehr gut sieht wie wichtig es manchen Personen ist ihr persönliches Wohl vor jenes der Diözese zu stellen.

    • zulehner schreibt:

      Geschätzter Peter!
      Das unterscheidet eben Wirtschaftsunternehmen von einer Kirche als Gottesvolk. Eine Unternehmen produziert Waren und Dienstleistungen. Die Kirche ist eine Gemeinschaft, in der jedes Mitglied, auf Grund der Gleichheit an Würde und Berufung (so steht es im Kirchenrecht can 208) besitzt. Zudem gilt seit dem Decretum Gratiani (1250), dass es in diesen Gemeinschaften der Evangeliums keine Entscheidung ohne Beteiligung der von der Entscheidung Betroffenen geben soll.
      Paul M. Zulehner

      • Joseph schreibt:

        Lieber Herr Zulehner!
        Es ist durchaus lehrreich und bereichernd Ihrem Ausführungen zu folgen.

        Es mag geschrieben stehen, dass: „Die Kirche … eine Gemeinschaft [ist.],
        in der jedes Mitglied, auf Grund der Gleichheit an Würde und Berufung
        (so steht es im Kirchenrecht can 208) besitzt.
        Zudem gilt seit dem Decretum Gratiani (1250), dass es in diesen Gemeinschaften der Evangeliums keine Entscheidung ohne Beteiligung der von der Entscheidung Betroffenen geben soll. „[cit. ende]

        Ich erlebe gerade jetzt wie das in unserer Pfarre widerlegt und lächerlich gemacht wird …
        und die „hohe Erzdiözese“ an diesem Spiel seelenruhig mittut!
        „Beschwerdebriefe“ von Mitarbeiter/inne/n wurden durch viele Instanzen der klerikalen Hierarchie herumgereicht. Der Zustand bleibt und treibt jetzt gerade eben, neueste infame Blüten!
        Ja, wenn es so ist, daß „das II. Vaticanum ein Irrtum war und der Heilige Geist gar nicht dort war“ … (wahrscheinlich war ER auf Erholung??) …
        und dass „viele Beschlüsse ein Irrtum gewesen wären“,

        dann …. ja, dann … bin ich wohl in der falschen Sektion der „Christenwelt“ gelandet. Ich bin jetzt auf der „Suche“ …..
        Als einer der Vielen, die in „Rocca di Papa“ von P. Wolfgang und P. Hildebrand für „die Kirche als eine Gemeinschaft aller Gläubigen“ begeistert wurde, ist der jetzige Zustand (rückkehr des eiskalten Klerikalismus!) eigentlich erschütternd und unerträglich. …
        Ich bin auf der Suche …………….

  7. Andre Asla-Aber schreibt:

    Die wichtigste Reform der Kirche wäre eine fundamentale Demokratisierung. Aktuell ist Kirche neben Nordkorea die letzte absolute Diktatur (man verzeihe mir, wenn ich da mangels geopolitschen Wissens jemanden übersehen habe).

    Die Bischöfe herrschen über öffentliche Gelder, setzen ihre eigenen Kontrollinstanzen ein und sind niemandem wirklich Rechenschaft schuldig, solange sie von ihren folgsamen Lakaien gedeckt werden. Bischöfe brauchen sich für keine Entscheidung zu entschuldigen und niemand kann sie abwählen oder absetzen, solange sie sich an das Kirchenrecht halten (welches von Bischöfen geschrieben wird) oder nicht gegen das Strafrecht verstoßen.
    Manches Volk klatscht, wenn der Bischof jagen geht (denn wie andere Kirchenobere versteht sich auch Schwarz hervorragen auf das Töten von Tieren). Ich erkenne in diesem Handeln weder christlich-soziale Werte und schon gar nicht christliche Nachfolge geschweige denn die Repräsentanz Christi, sondern ein schon lange überholtes absolutes Herrschaftsbild, das systemimmanent sich Omnipotenz gesichert hat – unantastbar in rechtlichen Belangen und unhinterfragbar einzementiert in dogmatischen Sätzen. Auch Kim in Nordkorea beruft sich auf so etwas wie eine göttliche Ordnung. Schöne Worte über „Berufung“ sollten nicht hinwegtäuschen, dass damit Kritik – berechtigte und unberechtigte – ins NIchts verschwindet. Da die Menschen sich heutzutage von der Kirche abwenden können, braucht es keine Inquisition mehr. Kritik von außen wird abgetan als Ketzertum und hat damit keine innerkirchliche Relevanz.

    Ich bedaure das sehr, denn eine Kirche, die Christus nachfolgt (was waren noch mal die wichtigsten Gebote?) und sich nicht den Mächtigen anbiedert und ihnen nacheifert, würde der Welt gut tun (und tut es vielfach auch). Das andere haben wir auch ohne solche „Kirchmänner“ genug. Und ich bewundere jeden Bischof, der es schafft, diesem Machtanspruch zu widerstehen und sich selbst über demokratische Strukturen ein innerkirchliches Korrektiv zu schaffen – zum Wohle der Gläubigen und der Kirche.

  8. Brand,Hildegard schreibt:

    Hallo Peter,
    Zu Ihrer Ausage : “ (… ) die pastoralen Dienste werden nicht abgeschafft.“
    Das käme ja wohl auch einer Selbstzerstörung der „Organisation Kirche“ gleich, wenn sie ohne diesen „pastoralen Dienst“ , der immer auch „caritativer Dienst“ sein sollte, inhaltsleer weiter existieren wollte.
    Traurig, dass diese „Nichtabschaffung“ eigens festgestellt werden muss.
    Als überzeugte Demokratin ( auch geprägt von der Kultur basis-demokratischer Prozesse) verstehe ich logischerweise nicht, dass diese Dienste „(….) näher zu Bischof und Generalvikar ( …)“ herangerückt werden müssen. Wäre das nicht auch eine Überforderung für die Amtssträger ?

    Oder könnte die Motivation für eine derartige Umstrukturierung mit dem „Schwerpunkt nach ganz Oben“ auch von einer gewissen Angst geleitet worden sein, nämlich der Angst vor Kontrollverlust über die Menschen, welche eben diese Dienste tun?
    Dazu würde ja auch passen, wenn demokratische „Konsensbildungen“ ( = „Übereinstimmungen“ )
    als „Krankheitserreger“ diagnostiziert werden würden. ( vgl. Ihre Diagnose : „… woran die Kirche krankt … “ )
    Könnte es nicht umgekehrt sein, dass „Kirche“ u.a. auch am Mangel der Bereitschaft zu konsens-orientierten, kommunikativen Prozessen krankt, in denen kein „Führerprinzip“ mehr maß-gebend sein sollte – so wie in einem „synodalen Prozess“ eben ?

    Ein kleiner Exkurs:
    Angst vor Kontrollverlust in kommunikativen Prozessen mit leibhaftigen Menschen zeigt sich eventuell auch in Bezug auf bestimmte sogenannte Glaubenswahrheiten und Moral-Codizes, wenn ein Kardinal feststellen muss, dass Glaube keine Sache der Demokratie sei. Dann hätte die große Glaubensgemeinschaft kein II.Vatikanisches Konzil gebraucht. Da wurde sicher viel debattiert, kommuniziert, abgewogen und neu formuliert usw.
    (Sie bräuchte jedoch heute noch dringlicher ein III. Vatikanisches Konzil. )

    Wenn heutzutage die Angst vor Kontrollverlust über aufgeklärte Menschen im 21. Jahrhundert immer noch treibende Kraft in der röm.- kath. Kirche sein sollte und damit die Renitenz gegen eine prozess-orientierte Gesprächskultur erklärt werden könnte, müsste die Krankheitsdiagnose für die röm-kath.Kirche eine dopplte sein: einmal die Diagnose: Renitenz gegen eine Gesprächkultur in Bezug auf Strukturveränderungen, dann auch die Diagnose : Renitenz gegen eine offene Kommunikationsbereitschaft in Bezug auf Glaubens- und Moralinhalte.
    Beide “ Krankheiten“ in einem könnten die Weiter-Existenz der röm-kath. Kirche gefährden.
    Der von der Deutschen Bischofskonferenz vorangetriebene Prozess des „synodalen Weges“ soll ja dieser Gefährdung entgegenwirken.

    • Peter schreibt:

      Sehr geehrte Frau Brand!
      Zur näheren Erläuterung: meine Aussage im Hinblick auf eine Nichtabschaffung der Pastoralen Dienste war nur als beispielhafter Hinweis zu verstehen, dass diese sehr wohl bestehen bleiben, jedoch eine Änderung der Struktur erfolgen soll.

      Es ist mir bewusst, dass die Kirche kein Wirtschaftsunternehmen ist welches auf finanziellen Gewinn ausgerichtet sein sollte. Es ist mir aber sehr wohl bewusst, dass es, um die Möglichkeit des pastoralen Dienstes, die zahlreichen „Serviceangebote“ der Diözese als solches und der einzelnen Pfarren aufrechterhalten zu können, des zielgerichteten Einsatzes der (noch) vorhandenen finanziellen Mitteln bedarf.

      Jede und jeder der sich auch nur am Rande mit Demographie beschäftigt und auch die abnehmende Mitgliederzahl der Kirche betrachtet, weiß um die Problematik einer Finanzierung des kirchlichen Angebots.
      Ich schließe daraus, dass es somit eine Selbstverständlichkeit sein sollte sich als verantwortlicher Leiter einer Organisation, dies ist nun einmal der Bischof, mit der wirtschaftlichen Gebarung zu beschäftigen. D.h. wie kann das notwendige Angebot aufrechterhalten werden und wie können die in der Organisation tätigen Arbeitnehmer weiter beschäftigt werden.

      Ich muss daher feststellen, auch wenn dies manchen in der Kirche Beschäftigten und auch vielen Ehrenamtlichen schwer fällt, dass ich hiermit nur den rein organisatorischen Bereich anspreche.

      Eine Frage die mich natürlich auch interessiert wäre die, wie sich die in der Kirche Beschäftigten einen Reformprozess vorstellen? Es erscheint mir nicht zweckmäßig von einer Reform zu sprechen wenn offensichtlich davon ausgegangen wird, dass alle Strukturen (z.B. Aufbau der Pastoralen Dienste) sich nicht ändern dürfen und sich daher wohl auch ergibt, dass sich auch die entsprechenden Personen nicht verändern dürfen.

      Ein wesentlicher Grundsatz ist für mich der, dass es bei Veränderungsprozessen notwendig ist mit betroffenen Personen zu sprechen. Folge ich den diversen Mitteilungen (z.B. Zeitungen, Blogs) dann wurden die diversen Prozesse sehr wohl angesprochen und im konkret angesprochenen Anlassfall des Direktors der Pastoralen Dienste, wurde auch dieser informiert. Dass natürlich jede Person die ihre Aufgabe erfüllte mit Veränderungsprozessen keine Freude hat, liegt auf der Hand.

      Das heißt für mich zusammenfassend: Es gibt einen Reformprozess. Diesen Prozess begleitet eine externe Beratungsfirma und es gibt auch interne Organisationsgruppen mit Führungspersonen der Diözese. Von den Mitdiskutanten in diesem Blog wird z.B. darauf hingewiesen man „ … bräuchte … ein III. Vatikanisches Konzil.“, „Die wichtigste Reform … wäre eine fundamentale Demokratisierung …“ – also alles Formulierungen in einer Möglichkeitsform. Daraus leite ich ab, dass die in der Kirche gesetzten Handlungen geltendem Kirchenrecht entsprechen. Und nochmals – es geht um unsere Kirche und deren Zukunft. Es geht nicht um Befindlichkeiten von Einzelnen.

      Und wenn der Bischof sagt jede und jeder in der Diözese Beschäftigte muss keine Angst um ihren bzw. seinen Arbeitsplatz haben, dann nehme ich ihm dies ab und dies bestärkt mich darin, dass er seine Aufgabe in der Aufgabe des Bischofs als Hirte der Diözese wahrnimmt.

      • Richard Demattio schreibt:

        Sehr geehrter Peter,
        Wenn Sie sagen, Reformen und Veränderungen seien notwendig, rennen Sie sicher nicht nur bei mir offene Türen ein.
        ALLERDINGS: Es kommt auch auf das WIE an.
        Es ist keine Art, wenn der ehemalige Generalvikar aus der Zeitung erfahren muss, dass der neue Generalvikar schon ernannt ist (auch wenn der ehemalige GV selbst – wie es sich bei einem Bischofwechsel gehört – seinen Rücktritt angeboten hat.).
        Es ist auch keine Art, wenn die Arbeitsgruppen volle Freiheit haben bei der Erarbeitung der neuen Strukturen, so lange das herauskommt, was der Bischof will – das ist scheinheilig.
        Es ist auch keine Art, wenn Religionslehrer und Mitarbeiter behandelt werden, als wären sie die Lakaien eines Großfürsten.
        Es heißt, wenn einer einen Hammer hat, ist jedes Problem ein Nagel.
        Wenn ein Unternehmensberater nur nach kapitalistischen Kriterien geführte Unternehmen zu noch mehr Gewinn durch noch mehr Rationalisierung optimiert, dass wird er – wie man sieht – das auch mit „Unternehmen“ machen, die eigentlich folgende „Compliance-Regeln“ (momentan unheimlich moderner Begriff) befolgen sollten: „Du sollst den Herrn, Deinen Gott lieben und Deine Nächsten, wie Dich selbst“. Nicht nur, aber besonders ein Bischof sollte auch selbstkritisch auf die Warnung von Jesus achten: „Man kann nicht zwei Herren Dienen – Gott UND dem Mammon“. Eine Empfehlung für Manager ist auch: „Wer der Erste sein will, soll der Diener aller sein“.
        Sie sehen also, die christliche Amtskirche hat schon den besten Unternehmensberater im eigenen Haus.
        Wenn Sie jetzt meinen, ich wäre ein weltfremder Phantast und das würde nicht funktionieren, so widerspreche ich aus eigener Erfahrung, kann aber auch mit folgenden Beispielen dienen:
        WIKIPEDIA – schauen Sie sich die Statuten an: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikimedia_Foundation
        LIBREOFFICE – das kostenlose Gegenstück zu Microsoft Office
        https://de.libreoffice.org/about-us/who-are-we/
        Nicht zu vergessen sind auch die vielen NGOs und NPOs, die sich zu verschiedenen Themen engagieren.
        Ich habe in der Referenzliste des ausgewählten Unternehmensberaters BOLD keine derartige Organisation gefunden!
        Es ist schade, zu sehen, wie die Amtskirche in St.Pölten gerade dabei ist, sich vom „Salz der Erde“ zu geschmacklosem Sand zu verändern.
        Noch ein paar Gedanken zu „ Reformen und Veränderungen“:
        Evolution ist eine Veränderung, die auf Basis des Istzustandes den nächsten Schritt macht.
        Revolution zerstört alles Bisherige (wie die Geschichte zeigt) und beginnt wieder von vorne.
        Ich bin für Evolution.

  9. I. Oblin schreibt:

    Why am I not surprised?? Man hätte sich nur in Kärnten vorinformieren müssen, welchen Führungsstil und welche für ihn sehr vorteilhaften ‚connections‘ (vor allem zu prominenten Wirtschaftstreibenden) Bischof Schwarz aufbaut und ausnützt – und welche wirtschaftlichen Desaster er hinterlässt, die bis heute die Staatsanwaltschaft beschäftigen (obwohl sich natürlich auf Grund der Zeitspanne,die bisher vergangen ist, der Verdacht aufdrängt, dass hier die Unannehmlichkeiten ‚ausgesessen‘ werden!!). Viel Spaß mit ihm, wir in Kärnten sind froh, dass wir ihn los sind. Und- dass er „gegen seinen Willen“ nach Niederösterreich versetzt wurde, ist eine glatte Lüge – dieser Transfer war von langer Hand – und mit Hilfe von prominenten Politikern wie Pröll – vorbereitet! Aber auch hier gilt: die Kirche sieht – und schweigt. Brav sein und beten – diese Formel werden die niederösterreichischen Katholiken schon auch noch zu hören bekommen.
    Alles Gute!

  10. Hans Hokibua schreibt:

    Höret die Signale, kann man da nur sagen.

    Bischof Schwarz erinnert in seinem Führungsstil a‘ la Herrenbauer an diverse Konzernbosse die in die Politik wechselten, meinten ein Staat lasse sich wie ein Unternehmen führen und von ihrem Scheitern mit Schuldigensuche ablenkten.

    Man kann und darf den, ganz klar durch Führungs- und Kommunikationsdefizite- und Versäumnisse ausgelösten, Unmut auf einen vereinfachten Nenner bringen: Bischof Schwarz scheint nicht teamwillig- und fähig und schliesst unbeirrt dort an wo er bereits in der Diözese Gurk scheiterte und daher entfernt wurde.

    • Peter schreibt:

      Sehr geehrter Herr Hokibua!
      Der Bischof nimmt seine Führungsrolle wahr und beauftragt einen externen Berater und interne Führungskräfte um an einer Neuaufstellung der kirchlichen Verwaltungsorganisation zu arbeiten.

      Der Bischof kommuniziert dies nicht nur im „stillen Kämmerlein“, nein er tut dies alles ganz offen seit über einem Jahr. Er spricht dies öffentlich an, er kommuniziert dies in Medien, er verfasst Schreiben an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

      Ich frage mich daher: Wo ist hier ein von Ihnen angesprochenes Führungs- und Kommunikationsdefizit?

      • Hans Hokibua schreibt:

        Werter Peter!

        Paul Zulehner ist kein übermütiger Jungspund der sich irgendwem beweisen möchte, sondern ein kluger Mann der seinen Beitrag wohlüberlegt und trotzdem präzise in der Sache formulierte.

        Wenn sich Menschen im Umfeld des Bischofs persönlich und in ihrer jahrzehntelang für die Kirchengemeinschaft geleisteten Arbeit nicht entsprechend respektiert fühlen, dann sind dies Alarmsignale und es war an der Zeit dies auch öffentlich zu thematisieren, weil die von ihnen dargestellte offene Kommunikation annehmbar nicht oder nicht ausreichend auf wertschätzend-persönlicher Ebene stattfand.

        Ein Chef der weiß es ist an der Zeit die Verwaltungsabläufe zu durchleuchten und allfällig zu straffen, von dem darf man auch erwarten dies dem Ziel und Zweck gedeihlich gemeinsam mit den Betroffenen umzusetzen.

        Meine Kritik basiert auf Informationen und Details aus diesem Beitrag Paul Zulehners, der ja Anlaßbezogen wenig Zweifel an zunehmender Enttäuschung über angewandte Führungsmethoden und Informationsdefizite von Bischof Schwarz läßt.

  11. Brand,Hildegard schreibt:

    Lieber Peter!
    Danke für Ihre ausführliche Antwort!
    Bezüglich der Finanzierung kirchlicher, caritativer, aber auch verwaltungstechnischer Dienste durch Menschen im Rahmen der Institution “ Kirche“ tun sich in Zeiten der Umbrüche sicher weite, zu beackernde Felder auf….
    Zwischen einzelnen Staaten/ Republiken mit ihren jeweiligen historisch bedingten Regelungen, Verträgen zwischen Staat und Kirche gibt es sicher Unterschiede ( z.B zwischen Deutschland und Österreich).
    In der BRD gibt es ja im Rahmen des Subsidiaritätsprinzips finanzielle Subventionen für kirchliche Einrichtungen, wie z.B. kath./ ev. Kindergärten usw., deren Dienste sonst der Staat übernehmen müsste…

    Auch in dieser Hinsicht wäre es für das “ Kirchenvolk“ ( in welcher Republik auch immer ) sicher wichtig, eine größtmögliche Transparenz herzustellen, was die finanziellen Ursprungsquellen und die möglicherweise „vollen“ , „halbvollen“ oder gar „leeren“ Töpfe betrifft, damit argumentativ-plausibel gemacht werden kann, inwieweit finanzielle „Not“ ein leitendes Motiv für bestimmte, „notwendige (?) Strukturanpassungsmaßnahmen“ gewesen ist.
    All das sind jedoch so weite Felder, dass sicher weitere Beiträge dazu folgen müssten…
    In diesem Sinne –
    Hildegard

  12. Peter schreibt:

    Sehr geehrter Herr Demattio!
    Es freut mich grundsätzlich dass auch Sie sich für Veränderungen aussprechen.

    Mit offensichtlichem Insiderwissen Ihrerseits, Sie geben an der ehemalige Generalvikar musste aus der Zeitung seinen Nachfolger erfahren, kann ich nicht aufwarten. Da stelle ich mir aber die Frage woher dieses Wissen stammt. Nicht dass Sie mich falsch verstehen: Ihnen ist nichts vorzuwerfen, aber alleine diese Aussage über das Nichtwissen des ehemaligen Generalvikars wirft doch die Frage auf – woher kommt diese Information? Diese kann doch nur von jener Person kommen die angibt nichts von seinem Nachfolger gewusst zu haben. Dies wiederum bedeutet für mich, dass diese Person Interna weitergab. Ob dies eine ordentliche Vorgehensweise ist, lassen wohl starke Zweifel aufkommen.

    Da die von Ihnen angesprochenen Arbeitsgruppen zur Zeit noch arbeiten und in diesen Führungskräfte der Diözese mitarbeiten, habe ich vollstes Vertrauen, dass diese eine gute Arbeit leisten. Ganz ohne Vorbehalt.

    Warum ein Unternehmensberater unbedingt Wissen über die Kirche benötigt erschließt sich mir nicht. Ich denke, dass es wertvoll ist unvoreingenommen alle Abläufe einer Organisation anzusehen, diese zu hinterfragen und die entsprechende Expertise abzugeben. Betreffend der internen Kenntnisse gibt es ja die bereits erwähnten Arbeitskreise. Meiner Ansicht nach sollte man den Aufbau und die Abläufe einer Verwaltung getrennt vom kirchlichen Auftrag betrachten. Die Verwaltung muss schlank, effektiv und effizient sein. Die hier nicht benötigten Ressourcen können dann dort eingesetzt werden wo Bedarf im Sinne des kirchlichen Auftrags gegeben ist.

    Gerade das Agieren des Bischofs mit dem Auftrag an einen externen Berater und das Einsetzen von internen Führungskräften, dies alles öffentlich seit über einem Jahr kommuniziert – in Medien, in Schreiben an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ist für mich wahrlich keine Revolution. Ich erkenne hier eine besonnene Vorgehensweise zum Wohl der Diözese.

  13. Ulrike Brustmann-Sieber schreibt:

    Plädoyer für einen respektvollen Dialog von ALLEN Seiten !!!
    Also ich weiß nicht, was sich da im Detail genau abspielt. Jedoch habe ich den Eindruck, dass es uns immer weniger gelingt, von einer Kommunikation der „Spaltung“ und des Gegeneinanders zu einer Kommunikation des Dialoges zu gelangen.
    Dialog heißt für mich, dass es durchaus verschiedene Meinungen geben kann, die man ja als Bereicherung ansehen kann, anstatt sich in einem Gegeneinander zu verlieren
    Fragen wie: –
    * Wo liegen die Probleme ? * Was kann bzw. muss man verändern ? * Was ist die gemeinsame Idee, der gemeinsame Traum, die gemeinsame Vision ? * Welche Strukturen bewähren sich und welche Strukturen lohnen sich anschließend, um diese dann aufzubauen ?
    – scheinen mir viel wichtiger, als das altbekannte „hik hak“…..Oder ??????

    • Peter schreibt:

      Sehr geehrte Frau Brustmann-Sieber!
      Ich begrüße Ihre Worte und Ihren Aufruf zum Dialog.
      Ich denke, dass dieser Dialog dort stattfinden und von jenen geführt werden soll der diese Veränderung betrifft, also vom Bischof (inkl. externer Berater, Arbeitskreise in denen Führungskräfte der Diözese mitwirken) und den Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmern (inkl. deren Vertretung – dem Betriebsrat).

      Zurufe und gute Ratschläge (Ratschläge enthalten nicht umsonst das Wort Schläge) von Außenstehenden sind daher entbehrlich.

    • Richard Demattio schreibt:

      Sehr geehrte Frau Brustmann-Sieber, danke für Ihre Worte, mit denen Sie uns an respektvollen Dialog erinnern wollen. Ich ertappte mich durch Ihre Worte dabei, fast schon in einen „glaubenskriegartigen“ Strudel geschwommen zu sein, den ich hiermit verlasse.
      Auch in dieser Diskussionsrunde werden die unterschiedlichsten Meinungen aufgrund unterschiedlicher Standpunkte und Erwartungshaltungen sichtbar und prallen eben aufeinander. Eine Diskussion, wo alle dieselbe Meinung haben ist ja fad. Wenn dann jemand trotz oder wegen der anderen Argumente bei seiner Meinung bleibt, ist das in Ordnung.
      Im Austausch der Argumente sollte jedoch immer die respektvolle gleiche Augenhöhe gewahrt bleiben und es sollte auch erlaubt sein, die eigene Meinung in der Sache zu äußern – ohne seinen Arbeitsplatz dadurch aufs Spiel zu setzen bzw. ohne dass jemand versucht, jemandem das Wort zu verbieten oder einen Maulkorb umzuhängen.

  14. Peter schreibt:

    Sehr geehrter Herr Hokibua!
    Da Sie angeben Ihr Wissen nicht aus erster Hand bezogen zu haben, eben nicht vom ehemaligen Generalvikar, bestätigt meine Ansicht dass es zielführend ist wenn sich ausschließlich die involvierten Personen austauschen, d.h. Zurufe, gutgemeinte Ratschläge Außenstehender (auch wenn diese über theologisches Wissen verfügen) sind entbehrlich.

  15. zulehner schreibt:

    Lieber Peter ich habe in meinem Leben noch kaum einen derart gründlichen und von vielen Beteiligten gegengelesenen Bericht verfasst wie diesen. Bedaure, dass Sie das anders sehen. Meine Frage ist nur, welche Interessen Ihre Erkenntnis verschattet (Benedikt XVI.) und Sie treibt, an die Grenze des Untergriffigen zu gelangen. Ich rate Ihnen freundschaftlich davon ab; es schadet letztlich nur Ihrer Reputation und auch dem Bischof, den Sie verteidigen möchten. Nur die Wahrheit wird uns frei machen, so im Evangelium, paul

    • Peter schreibt:

      Sehr geehrter Herr Dr. Zulehner!
      Danke für Ihre Antwort. Es stand und steht mir fern jemanden zu nahe zu treten bzw. dies getan zu haben. Falls ich jedoch jemanden persönlich verletzt haben soll, stehe ich nicht an mich zu entschuldigen.
      Es war und ist mein Bestreben die unterschiedlichsten Ansichten kundtun zu dürfen, diese sehr wohl zu diskutieren und dann durch Dialog und Kompromiss zu einem gemeinsamen Ergebnis zu gelangen.
      Und so hoffe ich, dass alles gut wird.

  16. Ulrike Brustmann-Sieber schreibt:

    Ich denke, es wird aller höchste Zeit, dass es gelingt, den innerkirchlichen Dissens zu überwinden, egal wo und sich schnellstmöglich wieder auf den Kernauftrag der Kirche zu besinnen, nämlich „Licht für die Welt zu sein“ (Dazu muss man natürlich zuerst selber Licht sein) mit allem was dazugehört (Sakramente, Evangelium verkünden, Caritas usw. usf )…………
    Weiters: letztlich ist doch JEDES Amt, vom „kleinen“ Laienämtchen, oder Lektor/In, Ministrant/In oder ein Pfarrer, oder ein Bischof, Kardinal, selbst das Papstamt, ein Theologe oder was auch immer ein DIENSTAMT und nicht Selbstzweck, nicht mehr und nicht weniger, mit bestimmten Verantwortlichkeiten halt oder ? und dem Ziel gemeinsam „Licht für die Welt zu sein“. Letztlich ist auch niemand in der Kirche besser als der andere, egal welches Amt oder Nicht-Amt jemand hat. (So wie es derzeit oft ist (allerlei hik hak), wäre es für mich als Frau derzeit absolut keine attraktive Option irgendein Amt o.a. in der Kirche zu bekleiden, selbst wenn die Möglichkeit bestünde, so nebenbei bemerkt !!!!!)…………….
    Ich weiß schon, es redet sich leicht und es ist vermutlich gar nicht so leicht rauszukommen, aus kniffligen (innerkirchlichen) Situationen……Nur ! Ganz ehrlich, mir geht das jahrzehntelange hik hak um innerkirchliche Themen schon sehr „auf den Keks“ und „die Welt“ interessiert das wohl noch weniger……
    !!!! Für mich gibt es so viele andere Themen, die ich um Längen spannender und lohnender finde, Themen, die auch für kirchlich fernstehende, eventuell auch für den einen oder anderen (verzweifelt) Suchenden interessant sein könnten, neugierig machen könnten…..und einladend sein könnten sich mit dem dahinterliegenden Sinn, der Botschaft auseinanderzusetzen und sich auf die Suche zu begeben………..!!!!

  17. Brand,Hildegard schreibt:

    Liebe Frau Brustmann-Sieber,
    so ähnlich denke ich auch manchmal ( und evt. auch viele „säkularisierte“ , kirchenferne Menschen):
    Es gibt wohl Wichtigeres auf der „Welt“ als interne Belange der röm.-kath. Kirche, die vielleicht nur noch „hinterm Mond“ strahlt. …

    Aber als Staats- und Weltbürgerin
    sehe ich mich in meine Pflicht genommmen, mich überall dort zu Wort zu melden, mich einzumischen, wo es in den kleinsten und in großen Zellen der Welt, der Staaten und Staatengemeinschaften z.B. um Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierungen, Ausgrenzungen in Nah und Fern, um physische, psychische und strukturelle Gewalt im Kleinen und Goßen geht.

    Und –
    weil die röm.-kath. Kirche immer noch eine der größten “ Religions-Organisationen“ der Welt ist, die in nicht wenigen Staaten als Institution fest etabliert ist und nicht wenig direkten oder indirekten Einfluss z. B. auf Gesetzgebungen hat, sollte jede Bürgerin, jeder Bürger, ob in oder außerhalb der Kirche, ob als Gottesgläubige oder als Atheistin, genau auch in deren kleine und große Zellen ( große oder kleine Gemeinden) schauen, wo auch hier womöglich strukturelle Gewalt, physische und psychische Gewalt, Verletzungen von Arbeitnehmerinnen-Rechten, Verletzungen von Würde, Diskriminierungen, Ausgrenzungen, Veruntreuungen usw.usf. stattfinden.
    Kirchen und Religionsgemeinschaften mit all ihren Strukturen hängen ja nicht irgendwo im Nichts unsichtbar neben Staaten herum, sondern sie sind Teilzellen von Staaten, als Weltkirche sogar staatenübergreifend.

    • Joseph schreibt:

      …. man sollte …
      ………… man könnte ………….
      ……………………… man müsste … ???
      das sind die Symptome der „synodalen Krankheit“ also dass alles in großen und kleinen „Foren“ lieblich an- und ausdiskutiert wird — und dann zur Krönung des Ganzen in einer „Dokumentation“ (Büchlein, Broschüre) festgehalten wird!
      Nach einem großen Österreich-Delegiertentag in Salzburg kam es wieder zu einer Sitzung und ebendort war ein hochverdienter, vielgeachteter älterer Pater – und es wurden die „Doku“ ausgeteilt.
      Das sagte der Pater: „und was geschieht jetzt damit?“ (mit dem Büchlein, mit dem Inhalt) Stellen wir es so wie alle anderen Konzilstexte und Ergebnisse der Österreichsynode, der Diözesansynode und der anderen Großveranstaltungen auch in den Kasten?“ –???
      Und wir stellten es in den Kasten! …
      man sollte / könnte / müsste ———– Nur wer „tut“, der tut etwas!

      Und der Bischof „legt Hand an seine Diözesanstrukturen“ und alle schrecken auf – wie die „Maden im Speck“ lebten sie ein pragmatisiertes Leben … und redeten und schrieben ..
      UND dann kommt da einer und verrückt die Sessel???
      Ich weiß nicht, ob all die Erregtheit nicht auch Selbstschutz ist!
      Auch in der Diözese St. Pölten schrumpfen die Katholikenzahlen und die Beitragszahler!
      also wenn da einer kommt und sagt: „Mander s´ísch Zeit“ — das macht Angst?
      ES wird sich in den nächsten Jahren noch vielmehr tun — oder einfach wegfallen (wegfaulen?) !!!

      PS.: ich weiß ich bin ein „Böser“, der nicht reif ist für das „reine theoretische, theologische, gruppendynamische, hochwissenschaftliche Geplapper“ — Ich entschuldige mich dafür!
      Und verabschiede mich damit!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s