Es ist still geworden um Friday for Future. Leider!

Die Umfragewerte der Grünen sind im Sinkflug, und das auch in Ländern, in welchen den Grünen als kleinem Regierungspartner die Visionen und Hände gebunden sind. Aber die steirischen Obstbauern wissen, wovon ich rede. Auch die Forst- und Landwirte in Deutschland befürchten ein dramatisches drittes Dürrejahr.

Die Klimakrise schreitet, von der Pandemie unbeeindruckt, unerbittlich voran. Der Regenwald des Amazonasgebiets wird im Schatten der Pandemie mehr denn je abgeholzt. Könnte uns das kommende Pfingstfest nicht dieses Überlebensthema der Weltgemeinschaft in neuer Weise nahebringen?

Papst Franziskus hat in seiner epochalen Enzyklika geschrieben, die Kirche beabsichtige mit ihrem Tun, nicht nur an die Pflicht zu erinnern, die Natur zu hüten, sondern ‚sie muss vor allem den Menschen gegen seine Selbstzerstörung schützen‘.“ (LS 79). Dabei argumentiert er nicht moralisierend, sondern gläubig. Er kennt den Schöpfungsbericht, in dem steht, dass Gottes Geist über dem Wasser schwebte. Es ist jener Zeitpunkt, den die Naturwissenschaft als „Big Bang“ (Urknall) uns vorstellbar zu machen versucht.

Seither, so ist Franziskus mit vielen großen Theologen wie Teilhard de Chardin oder neuestens Richard Rohr überzeugt, ist Gottes Geist „im Innersten aller Dinge zugegen, ohne die Autonomie seines Geschöpfes zu beeinträchtigen.“ Diese göttliche Gegenwart stelle das Fortbestehen und die Entwicklung allen Seins sicher. Die Schöpfung entfalte sich unaufhaltsam. Gottes Geist erfülle das Universum mit Wirkkräften, ist also innere treibende Kraft der Evolution. Er bewirke, dass aus dem Innern der Dinge selbst immer etwas Neues entspringen kann.“ Gottes Geist im Stein, in jeder Pflanze, jedem Tier, in den Coronaviren, in jedem Menschen. Alle sind sie Verstecke Gottes. Das lässt uns zu Pfingsten dankbar singen: „Der Geist des Herrn erfüllt das All!“ (Gotteslob 347)

Papst Franziskus sieht in der Evolution aber nicht nur Gottes Geisteskraft am Werk, sondern auch uns Menschen. Wir sind seine Ebenbilder, gerade weil wir Mitschöpfer sind. Kraft unseres Geistes sind wir, kreativ, unternehmerisch und nehmen Einfluss auf den Gang der Evolution. Lange Zeit haben wir davon das Recht abgeleitet, die Natur rücksichtslos auszubeuten. Die Bibel haben wir uns in diese Richtung zurechtgebogen. Dass die Kirchen das nicht unterbunden haben, hat ihnen allerdings zunehmend harsche Kritik eingetragen.

  • Carl Amery schrieb 1972 von den gnadenlosen Folgen des Christentums.
  • 1982 hatte der begnadete Theologe und Schriftsteller Eugen Drewermann das Leitbild des ständigen Fortschritt als tödlich gegeißelt. Seine ökologische Kampfschrift handelte von „Von der Zerstörung der Erde und des Menschen im Erbe des Christentums.“

Inzwischen ist uns klar, dass dieser Umgang der Menschheit mit der Umwelt zum Untergang der Menschheit selbst führen kann. Der Mensch muss deshalb so rasch wie möglich beginnen, so Papst Franziskus, sich als Teil der Mitwelt zu verstehen. Mit all unseren technokratischen und ökonomistischen Möglichkeiten sind wir Menschen für eine gute Evolution verantwortlich, welche das tiefinnere Wirken des Geistes Gottes in der Entfaltung des Universums nicht sabotiert. Dann wird die Schöpfung nicht nur bewahrt, sondern kann sich weiter in ihrer Schönheit entfalten.

Zu Pfingsten könnte es gelingen, Gottes Geist in den Tiefen unserer wunderbaren und bedrohten Welt wahrzunehmen. Das könnte uns leichter entschlossen machen, mit diesem klimapolitisch zu kooperieren.

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