Kollateralschäden

Im Rahmen meines Beitrags über die Kopftuchkränkung erreichte mich folgende eMail. Die Autorin, eine Muslima, erlaubte mir die Veröffentlichung. Mich macht diese sehr nachdenklich und zeigt schonungslos auf, welche Kollateralschäden die derzeitige Migrations- und Integrationspolitik auslöst.

Sehr geehrter Herr Prof Zulehner!

Vielen herzlichen Dank für Ihre standhaften Artikel insgesamt, und zuletzt Ihrer Beurteilung der Kopftuchkränkung und dem Terminus politischer Islam. Ich bin gläubige aktive und berufstätige Muslimin, lebe am Wochenende am Land bei gläubigen Christen im Waldviertel, und dort gab und gibt es nie ein Problem. Wir alle sind gläubig.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt kann nie durch Ausgrenzung und Diskriminierung erreicht werden. Im Gegenteil. Vergessen wir niemals unsere Vergangenheit.

Beten wir gemeinsam für eine Wende in der Gesellschaft insgesamt, sodass sich Menschen einander die Hand geben und die Herzen zueinander finden.

Gott schütze Sie, alles Liebe! A. H.

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3 Antworten zu Kollateralschäden

  1. Mitscha-Eibl Robert schreibt:

    Sehr schön, lieber Paul. Die Resonanz auf deinen Kopftuchartikel war überwältigend nicht nur Der Standard, auch auf der ZiB-Facebook-Seite, wo ich meinen Kathpressartikel verlinkt hatte, gab es eine rege Debatte. Ich bewundere dein politisches „Am-Ball-Bleiben“ und würde mir mehr in dieser Hinsicht so wache TheologInnen wünschen.

    HG Robert

  2. Doris Behr schreibt:

    Das ist ja richtig – v.a.der letzte Satz des Briefes. Aber das hängt am Kopftuch?
    Der Glaube hängt wirklich am Kopftuch?
    Mich würde das mehr überzeugen, wenn die Muslime die sich hier in Europa so stark für das Kopftuch einsetzen, sich in ihren Heimatländern (oder in dem ihrer Eltern oder Großeltern) dafür einsetzen würden, dass auch die Christen ihren Glauben leben dürfen. Dort müssen Christen sogar tlw. um ihr Leben fürchten. es gibt Länder, in denen die Christen nicht einmal eine Bibel besitzen dürfen.
    Warum macht sich dort niemand für Glaubensfreiheit stark?
    So hinterlassen diese Interventionen bei mir immer einen schalen Beigeschmack.

  3. deingruenerdaumen schreibt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Zulehner!
    Ich bin der Frage des Tragens von Kopftüchern von muslimischen Mädchen an Schulen anderer Meinung als Sie. Für mich ist das Kopftuch ein Symbol der Unterdrückung von Frauen und damit ein Akt der gegen das Menschenrecht der Gleichheit von Mann und Frau steht. Warum? Das Kopftuch verhüllt die Haare der Frau um Männer nicht sexuell zu erregen und zu unzüchtigem Verhalten zu verleiten. Die ist der Ausgangspunkt für das Gebot Frauen mögen Kopftücher tragen. Ich erachte es als besonders wichtig, diese Ursache genau im Auge zu behalten und nicht durch andere Argumente zu verdecken. Mit dem Argument: Ich will nicht wählen, haben auch Frauen in der Zeit um 1919 gegen das Wahlrecht für Frauen argumentiert.
    Ich weiß mich damit in Übereinstimmung mit Frau Seiran Artes.
    Mit freundlichen Grüßen Aloisia Eibel

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