Kardinal Schönborn ist pro Papa Francesco

07.09.2018 

Papst Franziskus

„Mit großer Entschiedenheit geht Papst Franziskus gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche vor. Gerade in diesem Punkt greifen ihn jetzt seine Gegner an. Hat er nicht doch zu wenig aufgeklärt? Gar manches zugedeckt? Die Kritik kommt aus Kreisen der Kirche, die diesen Papst möglichst bald loswerden wollen“, so Kardinal Christoph Schönborn.

„Antworten“ von Kardinal Christoph Schönborn in der Zeitung „Heute“, am Freitag, 7. September 2018.

Papst Franziskus erlebt derzeit schwere Tage. Seine offene Art, die Dinge beim Namen zu nennen, stößt nicht überall auf Sympathie. Auch nicht im Vatikan. Der berührende Film von Wim Wenders zeigt ihn als einen Mann, der alles wirklich meint, was er sagt, und der auch lebt, was er sagt. Als Kardinal Jorge Bergoglio vor fünf Jahren zum Papst gewählt wurde, brachte er frischen Wind in die Kirche. Kein Prunk mehr, keine prunkvollen Gewänder. Er wünscht sich „eine arme Kirche für die Armen“.

Er zeigt sich als Kämpfer gegen Ungerechtigkeit und Ausbeutung und für den Schutz der Umwelt. Sein Herz gehört den Armen und denen, die am Rande der Gesellschaft leben, den Flüchtlingen und Migranten. Und mit großer Entschiedenheit geht er gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche vor.

Gerade in diesem Punkt greifen ihn jetzt seine Gegner an. Hat er nicht doch zu wenig aufgeklärt? Gar manches zugedeckt? Die Kritik kommt aus Kreisen der Kirche, die diesen Papst möglichst bald loswerden wollen. Papst Franziskus hat selber Fehler zugegeben. Entscheidend ist, daraus zu lernen. Das hat Papst Franziskus gezeigt. Ich danke Gott für diesen so überzeugenden Hirten. Danke, Papa Francesco!

erstellt von: Kardinal Christoph Schönborn
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4 Antworten zu Kardinal Schönborn ist pro Papa Francesco

  1. Josef schreibt:

    Sind wir im Krieg ??
    „Ich bin für Paulus, ich bin für Petrus“ ( Apg.!!)
    Ist das der Geist der Einheit?
    Es gibt schon Spaltung genug, alles nur um des Rechthabens willen, es geht nur um nichtige „Interpretationen“

  2. Petra Haslbeck schreibt:

    Nein, wir sind nicht im Krieg. Aber es gibt ein Ausmaß an Heuchelei, welches kaum mehr auszuhalten ist.
    1. Eine arme Kirche für die Armen?
    Keine prunkvollen Gewänder mehr?
    So, dann bitte, liebe österreichische und deutsche Bischöfe:
    1. Alle kirchlichen Prachtgewänder, Kunstwerke usw. verkaufen und vom Erlös und der trotz immenser Austrittszahlen hohen Kirchensteuereinnahmen folgende Maßnahmen umsetzen:
    2. Den Senioren in den kirchlichen Pflegeheimen endlich die Pflege ermöglichen, die ihrer Würde als Ebenbild Gottes entspricht und die Pfleger so bezahlen, dass diese von ihrem Gehalt leben können.
    3. Die leerstehenden Immobilien der Kirche mit Frauen, die von ihren Männern geschlagen werden oder mit schwangeren Frauen, die von ihrer Umgebung zur Abtreibung gedrängt werden, füllen.
    4. Die Pfarrhäuser im Winter aufsperren, damit die Obdachlosen nicht erfrieren.
    5. Menschen, die keine Kirchensteuer mehr zahlen, nicht mehr als Apostaten bezeichnen und behandeln.
    6. Keine bischöflichen Paläste mehr bewohnen und keinen Mercedes oder BMW fahren.
    7. Auf das staatliche Gehalt zu verzichten und sich mit dem Gehalt zu begnügen, welches ein südamerikanischer Bischof bekommt u. s. w.
    Diese Liste könnte ich noch lange fortführen und für Flüchtlinge wird im Übrigen bei weitem nicht so viel getan wie darüber geredet wird und bestimmt nicht nur aus Gründen der Nächstenliebe (billige Arbeitskräfte?!).
    Stattdessen nur noch zwei Fragen:
    1.Baut ein Bischof einer „armen Kirche für die Armen“ ein Ordinaritätsgebäude für 130 Millionen Euro mit 800 Mitarbeitern in einer Zeit, in der immer weniger Katholiken ihren Glauben praktizieren?
    2.Glaubt man wirklich, dass gerade Menschen, welche die ganze Woche einfache oder gar niedrige Arbeiten verrichten müssen, am Sonntag die Messe in einer grauen Betonkirche mit einem Priester, der in Lumpen gehüllt ist, feiern wollen?
    Benedikt XVI. wusste noch, ebenso wie es die Orthodoxie noch weiß, dass die Kunst für die Armen da ist.

  3. carn schreibt:

    „Seine offene Art, die Dinge beim Namen zu nennen, stößt nicht überall auf Sympathie.“

    Eine rätselhafte Behauptung; gerade erst hat genau derjenige, der vermeintlich eine offene Art und Dinge beim Namen nennt, einen konkreten Kommentar zu Vigano verweigert; was er stattdessen sagt, weckt unterschwellig den Eindruck er sähe sich wie Jesus zu Unrecht angeklagt.

    Egal wie man das wertet, „offene Art“ ist es nicht.

    Auch die Dubia hat er nicht beantwortet.

    Was das mit offener Art zu tun hat, ist mir unklar.

  4. Vero schreibt:

    Ich mag die Art unseres Papstes auch sehr! „Die Wunden der Gesellschaft und der Kirche zu betrachten, ist keine diffamierende und pessimistische Handlung“, so der Papst gerade erst vorgestern. „Wenn wir unserem Glauben Substanz verleihen wollen, müssen wir lernen, in diesen menschlichen Leiden die gleichen Wunden des Herrn zu erkennen.“

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