Ein wunderbarer Film! – Warum? Weil er über einen großen Papst handelt, und dieser heißt Franziskus

Gastkommentar von Dr. Markus Büning, Nottuln (Deutschland)

Heute ist in den deutschen Kinos der Bundesstart von Wim Wenders Film über Papst Franziskus mit dem vielsagenden Titel „Ein Mann seines Wortes“. Darum habe auch ich mich heute sofort aufgemacht, um diesen Film zu sehen. Mein Eindruck: Ein in jeder Hinsicht sehenswerter Film, tief und ergreifend! Ja, es macht wieder große Freude, katholisch zu sein. Dieser Papst ist ein Aushängeschild für unsere Kirche. Wir alle können nur froh sein, dass es ihn gibt. Ich würde noch weiter gehen: Dieser Papst ist ein Geschenk Gottes! Warum? Weil er es versteht, nicht nur die Insider anzusprechen. Nein, er ist ein wirklicher Pastor für unsere ach so von Krisen, Umweltverschmutzungen und Unmenschlichkeiten geschundenen Welt. Er findet einfach den richtigen Ton. Die Menschen, auch die sogenannten Fernstehenden, hören ihm offenkundig zu.

An einer Stelle musste ich tief schlucken: Es ging darum, dass wir lernen müssen, uns mit unserem Tod zu versöhnen. Es ging um die Kunst des Sterbens. Eine großartige Rede gegen die Verdrängung des Todes in unserer Welt. Ja, so Franziskus, nur dann, wenn wir uns täglich einüben in unser Sterbenmüssen, können wir weise Menschen sein. Das ist nur eine Facette der vielen Aussagen des Heiligen Vaters, die dieser Film bietet. Und dann geht der Papst im Film der sicher schwierigsten Frage der Theologie auf den Grund: Warum das Leid? Warum müssen Kinder leiden? Und er verweist auf das „Kind Gottes“, auf Jesus Christus am Kreuz. Nur diese Antwort hat er zu sagen. In der Tat, diese Antwort ist erschöpfend. Und dann holt er weiter aus: Vom Geschenk der Freiheit und ihres Missbrauches. Mit einfachen Worten macht er uns klar, warum es das Leiden gibt. Aber er hat eine Hoffnung: Jesus Christus, der am Kreuz alles Leid der Menschen geteilt hat.

Der Film ist gerade angelaufen, da kommen natürlich schon wieder die Spötter um die Ecke: Reiner Propagandafilm! Bergoglio als Weltsozialarbeiter und Gutmensch! Die Kritik von Alexander Kissler vom CICERO ist an Bissigkeit und Entstellung kaum zu überbieten. Da heißt es dann so: „Der Titel ‚Ein Mann seines Wortes‘ meint: Der gegenwärtige Papst, der uns auf der Basis von vier Face-to-Face-Gesprächen im selten unterbrochenen Dauermonolog vorgeführt wird, lebe das, was er predigt. Das eigene Wort sei die Richtschnur des Handelns. Wenders glaubt fest daran und offenbart seine Dienerschaft gleich zu Beginn auf der Tonspur, wenn er im näselnden Singsang bekennt: ‚Genau das, was heute gebraucht wird‘, sei ‚ein totaler Sinneswandel‘, sei ‚neue Brüderlichkeit unter den Menschen“, sei wieder ein ‚franziskanischer Wind‘, der ‚durch die Welt fährt‘. Dann bläst er die Backen auf. Wenders zeigt Bergoglio als globalen Gewerkschaftsführer und lachenden Kapitalismuskritiker. Die fünf großen Themen des Papstes sind Umweltschutz, Armut, Waffenhandel, Globalisierung und Weltfrieden. Wenden wir die These vom „Mann seines Wortes“ an, heißt das: Bergoglio persönlich verklappt keine Schweröle, bereichert sich nicht, handelt nicht mit Waffen, kauft keine multinationalen Konzerne und tritt keine Kriege los. Das dürfte stimmen. Ist damit das päpstliche Amt hinreichend ausgefüllt? Wenders vermisst nichts. Er ist orthodoxer Bergoglianer.“ (Quelle: https://www.cicero.de/kultur/papst-franziskus-film-wim-wenders-katholische-kirche).

So, so, Herr Kissler, der Papst hat also in diesem Film nur diese Themen drauf: Umweltschutz, Armut, Waffenhandel, Globalisierung und Weltfrieden. Haben Sie diesen Film gesehen? Es geht auch um das – wie bereits erwähnt – Sterbenmüssen des Menschen, um die Theodizeefrage, um das Verhältnis der Kirche zu den anderen Religionen, um die Sendung der Kirche in unserer Welt und Zeit. Zudem, lieber Herr Kissler, die von Ihnen angesprochenen Themen haben durchweg eine theologische Relevanz! Ich bin froh, dass wir nun einen Papst haben, der sich nicht mehr in seinen Elfenbeinturm zurückzieht und in klerikaler Selbstgenügsamkeit die Geschicke dieser Welt geschehen lässt. Nein, dieser Papst ist einer, der die Mächtigen und Reichen aufschreckt, ja der sie an ihre moralische Verantwortung für die gute Schöpfung Gottes, für unsere Mutter Erde erinnert. Und das lieber Herr Kissler ist nur eines: Goldrichtig! Dann bin auch ich eben wie Wenders ein – wie Sie sagen – orthodoxer Bergoglianer, nein besser: Ich vertraue hier ganz auf Gottes Vorsehung, die uns genau diesen Papst zur richtigen Zeit geschickt hat. In einer Zeit, in denen gefährliche Populisten meinen, die Welt mit ihren einfachen Lösungsvorschlägen zu verbessern, braucht es eine moralisch integere Instanz, auf die wir uns alle verlassen dürfen. Und genau diese haben wir mit Papst Franziskus vom Himmel geschenkt bekommen!

Und dann noch eine Bemerkung zum bereits jetzt im Netz zu findenden Vorwurf des Propagandafilms: Natürlich hat dieser Film eine werbende Tendenz. Die Macht der Bilder und deren Darbietung ist künstlerisch gekonnt. Kein Wunder, eben ein Wenders! Aber was bitte schön ist daran verwerflich? Die Kirche tut gut daran, wenn sie die Medien in ihrer Vielfalt für ihren Verkündigungsdienst auch nutzt. Und warum soll sie sich nicht des Mittels „Film“ bedienen, wenn es darum geht, eines ihrer Hauptmarkenzeichen in ein gutes Licht zu stellen: den Papst? Übrigens: Solche Filme hat es früher auch schon gegeben: So Pastor angelicus von 1942 über Papst Pius XII. und Francesco und der Papst über einen Jungen des Chores Capella Sistina und Papst Benedikt XVI. von 2011. Ich erwähne dies vor allem deshalb, weil man nun schon Franziskus unterstellt, er sei der erste Papst, der ein solches Vorgehen offensichtlich nötig hätte. Nein, liebe Kritikaster, mäßigt Euch und bleibt gerecht in Eurer Kritik. Eines wird schon jetzt wieder klar: Bei einigen Leuten, vor allem aus dem traditionalistisch-katholischen Milieu kann dieser Papst machen, was er will. Er ist aus deren Sicht eben nur eines: eins schlechter Papst! Bitte, liebe Tradis, geht in diesen Film und redet erst dann darüber! Bitte, liebe Franziskuskritiker, schaut diesen Film an und seht, welch ein großes Geschenk wir mit diesem Papst erhalten haben. Von wem? Ich sagte es schon: Von dem, den dieser Bischof von Rom auf Erden vertritt, von Gott. Und das ist gut so!

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Eine Antwort zu Ein wunderbarer Film! – Warum? Weil er über einen großen Papst handelt, und dieser heißt Franziskus

  1. Franz-Josef Scholz schreibt:

    Es gibt Grausamkeit und Ungerechtigkeit in unserer Welt – ansonsten hätten wir nicht die Wahl zur Liebe, zur Versöhnung, zur Aussprache, zum friedlichen Zusammenleben.
    Wo es Licht geben soll, gibt es auch Schatten – wir wollen alle gut und glücklich leben – soweit wir dadurch niemanden in Unglück und Trostlosigkeit stürzen.
    Gier und Maßlosigkeit führen dazu, dass es Menschen gibt, die darauf keine Rücksicht nehmen.
    Es ist auch nicht notwendig, dass es immer der neueste Fernseher, ein stärkeres, größeres Auto – oder das schnellste Handy sein muss.
    Solche Menschen, die das haben müssen, merken nicht, dass sie zu diesen Anschaffungen durch Manipulation getrieben werden.
    Dieses Geld wäre in Hilfsprojekten, die an Ort und Stelle wirken könnten, besser angelegt.
    Die wenigsten Flüchtlinge kommen zum Asyl-Urlaub nach Europa.
    Die Umwelt geht uns alle an – aber niemand fühlt sich dafür verantwortlich.
    Verpackungsmüll oder Material von Altgeräten, die noch als Zweitgerät funktionieren würden, werden exportiert oder verbrannt.
    Das Konsumverhalten wird uns eingeredet – wir verbraten das Geld, was wir zuviel haben.
    Den meisten Menschen in Europa geht es anscheinend noch sehr gut.

    Wenn auch Wim Wenders mit seiner Filmkunst den Papst ins beste nur mögliche Licht gesetzt hat, ist es bestimmt kein Fehler gewesen.
    Er hat den besten Papst aller Zeiten bei seiner schweren Aufgabe geholfen.
    Wir sollten alle an Franziskus denken und für ihn beten.
    Jorge ist ein Verwalter und Vermittler. Ein Vermittler vor allem zwischen allen Religionen.
    In diesem Umfang und Ausmaß hat es das noch nicht gegeben.
    Er hat betont, dass wir nicht an Bekehrungen denken sollen – sondern an Verständigung und Verständnis arbeiten müssen.

    Wer diese Bemühungen und diesen Film mit negativer Kritik belegt um davon zu leben, der sollte sich in Grund und Boden schämen!
    Natürlich kann sich jeder Mensch seine eigene Meinung bilden und die kann auch negativ ausfallen – wir haben alle die freie Entscheidung.
    Das ist meine Meinung, die auch nicht jeder mit Applaus begrüßen muss.

    Mit besten Grüßen,
    F.J.Scholz

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