Nachruf auf Hubert Feichtlbauer

Vor wenigen Wochen rief er mich an. Er wolle sich mit mir unterhalten. So kam er, wir saßen bei mir im Garten. Wir sprachen über Gott und die Welt, über die Kirche und unser Wohlgefallen am Papst Franziskus, über den er ja ein begeistertes Buch geschrieben hatte. Hubert Feichtlbauer wusste um den massiven Reformstau der Kirche. Vieles irritierte uns beide, die Rolle der Frauen, das Beteiligungsdefizit, die teils manichäische Sexualmoral zumindest unserer Lehrer, der vormoderne Grundzug der Kirche. Und jetzt die Bewegung.

Dann rückte er heraus, was ihn kommen ließ. Er ahnte seinen baldigen Tod. Und sorgte, aufrechter Christ, der er war, für sein Begräbnis vor. Auch wollte er eine angemessene Predigt. Wir blieben in Kontakt. Die Predigt hält sein Freund Weihbischof Helmut Krätzl. Dieser habe ihn besucht, sagte er mir am Telefon. Und habe ihm das Predigen angeboten. Ob ich gekränkt sei? Wie sollte, ich sagte ich. Es sei ohnedies nicht leicht, über ihn würdig und angemessen eine Ansprache zu halten. Und außerdem würde ich lieber zuhören statt predigen – zumindest bei solchen bewegenden Anlässen.

Journalistisch habe ich von Hubert Feichtlbauer viel gelernt. Den Dank für so vieles für das Land und die Kirche in diesem hat ihm inzwischen ein Anderer ausgesprochen.

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