Eine unakzeptable Kolumne über „Papst Franz“ in der heutigen „Presse“

Von: Helmut F. Karner

Dort lässt sich der erzkonservative ehemalige Vorsitzende des Verbandes österr. katholischer Publizisten, Hans Winkler, polemisch und manipulativ über „Papst Franz“ aus: http://diepresse.com/home/meinung/dejavu/5179429/Franziskus-Populismus-auf-katholisch?from=suche.intern.portal

Meine Reaktion in einem Leserbrief an die Presse Chefredaktion darauf:

Selten musste ich so was Dummes lesen, und das noch dazu in der Presse. Winklers erzkonservative Haltung und Nähe zu den „Protest“kardinälen sei ihm unbenommen, aber nicht so schwindlige, unsachgemäße Argumentation. Passt zu Trumps Twitter Rülpsern. Die Fehler:

  • Falsche Definition von Populismus
  • Das Herstellen von Gemeinsamkeit mit Trump
  • Franz von Assisi als „Patron der Kaufleute“ zu punzieren, ist Manipulation, auch die Geschäftstüchtigkeit des Franziskanerordens muss fälschlicherweise herhalten. Er gilt übrigens als der Patron der Armen, Lahmen, Blinden, Strafgefangenen, Schiffbrüchigen und Umweltschützer; der Weber, Tuchhändler, Schneider, Kaufleute, Flachshändler, Tapetenhändler, Sozialarbeiter; der „Katholischen Aktion“, der Sozialarbeit, des Umweltschutzes (dafür, dass sein Vater Tuchhändler war, kann er nichts).
  • „die schnoddrige Reaktion des Papstes auf die allen kirchlichen Regeln und Formen der Höflichkeit entsprechende Anfrage („dubia“) von vier Kardinälen zu Amoris laetitia, dem Lehrschreiben über Ehe und Familie. Franz sei „wütend“ darüber gewesen, wird erzählt.“
  • „Bis heute hält er diese Kardinäle für keiner Antwort würdig. Das ist nicht nur unhöflich, es hat offenkundig Methode. Kein anderer Chef einer Weltfirma würde so mit seinem Führungspersonal umgehen.“ Herr Winkler weiß ja genau, wie es in einer Weltfirma zugeht. Ich kann ihm das erklären: dort gäbe es die vier Kardinäle nicht mehr, sie wären – wohl zu Recht – abgelöst worden.
  • Eine einzigartige Kritiklosigkeit gegenüber Kapitalismus und Marktwirtschaft
  • Die Fehleinschätzung der Aufgaben der K9-Gruppe
  • Eine Fehleinschätzung, wie man Reformen anzugehen hat, daher kann er auch noch keine bei Franziskus erkennen.
  • etc.

Und dies alles vom ehemaligen Vorsitzenden des Verbands katholischen Journalisten. Wie hat sich die katholische Kirche Österreichs einen solchen verdient? Oder: wie wurde er gewählt?

Ob so viel „Balken im Auge“ des sonst ja oft kurzweiligen Kolumnisten der Qualität und Objektivität der Presse gut tut, werden ja die Leser beantworten.

 

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