Misstrauensantrag für den Vorsitzenden des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen Kardinal Erdö

Anders als in Österreich sind die Kirchen in Ungarn nicht berechtigt, Asylsuchende aufzunehmen: „Es ist verboten. Wenn sie es dennoch täten, wären sie Menschenschlepper“, so Kardinal Erdö. 

Diese Meldung befremdet. 

Sie bringt Schande über die Christen in Ungarn. Statt willfährig die Politik von Ministerpräsident Orban umzusetzen, könnte der Primas der ungarischen Kirche öffentlich politisch gegen dessen Politik intervenieren: Gelegen oder ungelegen, so die Anleitung des Evangeliums.

Das Tragische: Kardinal Peter Erdö ist auch Vorsitzender des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen, des CCEE. Derzeit halten die Delegierten aller Europäischen Bischofskonferenzen in Israel / Korazim (im Haus des Neokatechumenats) eine Konferenz. Kardinal Christoph Schönborn hat an die Versammlung appelliert, sich zu Gunsten der Asylsuchenden in Europa einzusetzen. Offensichtlich erhoffte er sich, dass vor allem die Bischöfe aus Osteuropa gewonnen werden können, einen anderen Kurs als ihre Regierungen zu fahren. Das wäre unter jenen Präsidenten, denen ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter 15 Jahre lang gedient hatte, nicht nötig gewesen. Für die Kardinäle Martini, Hume, aber auch Vlk wäre die Solidarität mit den ums Überleben ringenden Flüchtlingen, darunter vielen Familien mit kleinen Kindern und Alten eine Selbstverständlichkeit gewesen. Aber für die Bischofskonferenzen osteuropäischer Länder, allen voran Kardinal Erdö von Ungarn zählen offensichtlich mehr die Vorgaben ihrer Regierungen denn das Evangelium.

Ich würde, wäre ich Mitglied der Konferenz, Kardinal Erdö das Misstrauen aussprechen. Er müsste einem neuen Präsidenten Platz machen, der für das Evangelium steht, und nicht für die populistische Politik seines Ministerpräsidenten.

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Eine Antwort zu Misstrauensantrag für den Vorsitzenden des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen Kardinal Erdö

  1. Gidi Außerhofer schreibt:

    Danke für dieses Wort – ich hoffe, dass es das österreichische Mitglied – unser Erzbischof Lackner – auch liest.

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