Kardinal Kasper: verrät er die „Wahrheit“?

Es wird heftig gestritten werden. Ich meine auf der kommenden Familiensynode. Speziell über den Zugang von Geschiedenen, die zivil wieder geheiratet haben, zum vollen sakramentalen Leben der katholischen Kirche. Die Lager sind bezogen. Die Belagerung hat schon begonnen.

Dem Buch von Walter Kaspar „Das Evangelium von der Familie“ (Freiburg 2014), in dem die Rede vor dem Konsistorium publiziert ist, wird im Sammelband „‘In der Wahrheit Christi bleiben‘: Ehe und Kommunion in der katholischen Kirche“ (Würzburg 2014) ordentlich Kontra gegeben. Desgleichen im Kampfbuch von Pérez-Soba, Juan José, Kampowski, Stephan: Das wahre Evangelium der Familie. Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Vorwort von George Kardinal Pell, Illatissen 2014. Kaspers Vorschlag einer „Einzelfallzulassung“ verrate das überlieferte Evangelium, dessen „Wahrheit“, sei also letztlich häretisch. Schärfer geht es in der katholischen Kirche nicht mehr.

Aufmerksamkeit verdient auch die Aussage, dass Kaspers Berufung auf die Praxis der Ostkirchen unzulässig sei. Denn auch diese sei (nach manchen griechischen Kirchenvätern) „unbiblisch“ – also auch ein Verrat sowohl an der Genesis wie an den Aussagen Jesu: Ein gewaltiger Vorwurf an die orthodoxen Schwesternkirchen! Ein antiökumenischer Schlag, den das Konzil von Trient ausdrücklich vermieden hat. Ich wundere mich, dass aus den östlichen Kirchen noch niemand Einspruch erhoben hat.

Es lohnt sich, einige der im „Theologenstreit auf höchster Ebene“ vorgebrachten Argumente näher anzusehen. Das werde ich in kommenden Blogs machen. Bleiben Sie also dran, diskutieren Sie mit!

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