Nur Mut, ihr Bischöfe und Kardinäle!

Da verbreitet sich unnötiger Weise ein Gefühl der Enttäuschung. Die Familiensynode habe keine Reformen beschlossen, nicht in Bezug auf die wiederverheiratet Geschiedenen, noch mit Blick auf die Menschen mit gleichgeschlechtlicher Begabung. Dabei wird übersehen, dass es auch in diesen beiden Punkten eine klare Mehrheit gab, nur (noch) keine Zweidrittelmehrheit. Das wäre mehr als ein Wunder gewesen. Halt, es war doch irgendwie schon ein Wunder. Kardinal Walter Kasper schrieb mir gestern, also kurz nach der Synode in einem eMail:

„Die Synode ist zwiespältig ausgegangen, aber doch viel besser als man sich vor 2 Jahren hätte träumen können.  Wichtig ist, dass die Diskussion weitergeht. Ihnen herzliche Grüße von Rom nach Wien Ihr Walter Kasper.“

Jetzt sind ein ganzes Jahr lang die Ortskirchen, als wir selbst dran. Die Menschen, vor allem die Betroffenen werden mit ihren Kirchenleitungen diskutieren und gläubige Überzeugungsarbeit leisten. Wichtig ist auch sicherzustellen, dass pastoral sensible Bischöfe zur „entscheidenden“ Synode im Oktober 2015 nach Rom delegiert werden.

Ich  persönlich bleibe unverbesserlicher Optimist. „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Tim 1,7) Das gilt auch und gerade für die Bischöfe.

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2 Antworten zu Nur Mut, ihr Bischöfe und Kardinäle!

  1. Dr. Emmerich Lakatha schreibt:

    Ich habe seinerzeit meinen Noldin sehr gut studiert. Er war ein weitverbreitetes Lehrbuch der Moral, das höchste Anerkennung genoss. Es ist denkunmöglich, es als modernistisch anzusehen. Darum will ich in meinen Überlegungen gerade von diesem Standardwerk ausgehen. Dabei muss ich mich leider auf mein Gedächtnis verlassen, weil ich keinen Noldin greifbar habe.
    Bei diesen meinen Ausführungen geht es um den Satz: „Lex dubia non obligat“ und die Unterscheidung zwischen „Probabilismus“, „Äquiprobabilismus“ und „Tutiorismus.“
    Noldin lehnte den „Probabilismus“
    ab, weil er zum Laxismus führt. Man kann ein Gesetz nicht bloß auf die Rechtsmeinung von unbedeutenden Autoren hin für „non obligat“ ansehen.
    Aber auch den „Tutiorismus“
    hält er nicht für zielführend, denn es ist kaum sinnvoll, aus lauter Ängstlichkeit sich immer nur für die Verpflichtung zur Gesetzestreue auszusprechen. Allerdings ist dabei auch das Rechtsgut zu beachten, das durch das Gesetz geschützt wird. Das ist auf jeden fall beim Rechtsgut Leben relevant. Hier kommt das Problem der Güterabwägung zum Zug.
    In allen übrigen Fällen gilt der „Äquiprobabilismus“.
    Er fragt bei einem Zweifel, ob das Gesetz zu beachten ist, welche Meinung die Probati Autoren vertreten. Vertreten Sie verschiedene Rechtsmeinungen, kann man sich jedenfalls im Gewissensbereich an die für einem günstigere Meinung halten, wobei davon auszugehen ist, dass es wirklich anerkannte Autoren sind.
    Nun zum Ergebnis der Synode:
    Da der Hl. Vater eine offene Diskussion gewünscht hat, wird man nicht automatisch vom Tutiorismus ausgehen müssen, wenn unkonventionelle Meinungen vertreten werden. Immerhin sind die Bischöfe Theologen. Wenn eine merkliche Anzahl von ihnen eine bestimmte Ansicht vertritt, wird es wohl so sein, dass hinsichtlich der zur Diskussion gestellten Probleme die Bischöfe als Synodalen viri probati sind. Es kann jedenfalls im Gewissensbereich kein Unrecht sein, ihrer Meinung zu folgen.
    Was soll ich nun als Priester Beichtkindern oder anderen Gläubigen sagen, die wiederverheiratet oder homosexuell sind und die Sakramente empfangen wollen? Soll ich ihnen sagen: Wartet auf das Nächste Jahr, vielleicht wird Euch dann solches erlaubt? Darf ich vor Gott, der Kirche und den Menschen nur deswegen den Zugang zu den Sakramenten verweigern, weil ich konservativ bin und anders denke? Ich meine nicht. Auch das Hören auf die viri probati ist Gehorsam gegenüber der Kirche. Ganz zu schweigen vom Gebot der Liebe und der Achtung der Lebenssituation der Betroffenen.
    Vielleicht habe ich in den Augen vieler eine falsche Meinung über die natürliche Offenbarung. Was macht die seriöse Naturwissenschaft anders, als die Natur und seinen Schöpfer zu erforschen. Viktor E. Frankl sagt in seinem Buch „Was nicht in meinen Büchern steht“ „Zwei mal zwei ist vier, auch wenn ein Schizophrener es behauptet“ [1] Auch Atheisten können Wahrheiten finden und verkünden.
    Dr. Emerich Lakatha
    Anmerkung: Lex dubia noch obligat bedeutet frei übersetzt: Ein Gesetz, dessen Gültigkeit nicht unbestritten ist, verpflichtet nicht, jedenfalls nicht im Gewissen.
    Probati Autoren: Anerkannten Autoren (Gelehrten)
    [1] Beltz, 6, Auflage, S 38,

  2. F. M. schreibt:

    Was soll ich nun als Priester Beichtkindern oder anderen Gläubigen sagen, die wiederverheiratet oder homosexuell sind und die Sakramente empfangen wollen?

    Das ist doch ganz einfach! Halten Sie sich an das geltende Kirchenrecht.

    Eine Frau, die sich von ihrem Mann scheiden lässt und wieder, natürlich nur staatlich, heiratet, kann die Sakramente selbstverständlich nicht mehr empfangen. Wenn ihr geschiedener Mann dagegen verstirbt, kann sie als Witwe wieder ihren Frieden mit Gott machen.

    Wenn sie aber nicht so lange warten will, bis die biologische Lösung sie zur glücklichen Witwe macht, kann sie ihren Mann ermorden und dann , nach einer angemessenen Schamfrist und Reue, das Busssakrament erhalten, einen vollkommenen Ablass erlangen und ihren neuen Mann im Stand der Gnade kirchlich heiraten.

    Völlig logisch das ganze, die Ehe löst nur der Tod!

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