Gottes Geist kann auch im Widerstand nachhaltig wirken. (Gastkommentar in DIE PRESSE vom 2.1.2013)

Die Erzdiözese Wien will sich mit Strukturreformen zukunftsfit machen. Vielen behagen die Umbaupläne ganz und gar nicht.

Viel spricht für Kirchenreform. Die Konstantinische Ära in ihrer nachreformatorischen Form ist definitiv vorbei. Religion ist nicht mehr Schicksal, sondern Wahl (Peter L. Berger). Maria Theresia hatte noch alles getan, um die Ehre Gottes im Land zu fördern. Joseph II. schuf absolutistisch jene Kirchenstruktur, die mehr Menschen den Kirchgang ermöglichte. Er errichtete eine große Zahl von Pfarren. Heute ist gegenläufig in der Erzdiözese Wien die Fusion von 500 der 650 Pfarren im Gespräch.

Es gibt kulturelle Gründe für eine Neuausrichtung der kirchlichen Arbeit. Die Glaubens- und Lebensstile der Menschen sind bunt geworden. Die Menschen sind mobiler und wählerischer. Sie gehen in Gottesdienste, die für sie anziehend sind, und das sind sie, wenn sie gottvoll und zugleich erlebnisstark gefeiert werden. Auch suchen Zeitgenossen Beheimatung in einer Gemeinschaft. Daraus folgert die Strukturplanung: In großen pastoralen Räumen könne sich eine Vielfalt von Gemeinden und Gemeinschaften bilden.

Optimierung?

In einer Online-Umfrage zu den Leitlinien der Erzdiözese Wien im Oktober 2012, an der sich über 1300 sich beteiligt haben, sagen 63%: „Die Strukturreformen sind eine Antwort auf den Priestermangel“. 75% sehen sie im zunehmenden Geldmangel begründet. Anders die diözesanen Leitlinien: Die „Optimierung einer missionarischen Pastoral“ soll gelingen – was freilich nur 22% der Befragten so sehen. Verwaltung des ererbten Mangels oder doch Aufbruch in eine gute Zukunft? Das ist die Frage.

Enormer Reformbedarf

Gegen die vorgegebenen Umbaupläne regt sich enormer Widerstand. Er entspringt kaum dumpfer Reformunwilligkeit. Widerstand ist bei großen Veränderungen normal. Durch ihn wirkt Gottes Geist manchmal ebenso nachhaltig wie durch das vertrauensvolle Gebet. Widerstand  ist „gebundene Entwicklungsenergie“, die ins Fließen kommen muss. Gute Reformer baden im Widerstand (Eva Renate Schmidt). Der Widerstand hat drei Megathemen.

Pfarrauflösung

Die Auflösung von Pfarren wird von vielen Betroffenen als „Abwertung“ erlebt: Sie werden zu „Filialgemeinden“ heruntergestuft. Der neue Status bringt für die Diözesanleitung Vorteile: Nicht mehr in jeder Filialgemeinde sind Sonntagsmesse, Pfarrer, Pfarrgemeinderat und eigene Finanzen zu garantieren. Laien können rechtlich unbedenklich in die Leitung eingesetzt werden. Der Plan sieht eine Radikal-Laisierung vor: Die Filialgemeinden werden ausschließlich von Laien getragen. Diese sollen ehrenamtlich arbeiten. Das werte die Christgläubigen auf, wie das Konzil es ja wollte. Und spare viel fehlendes Geld.

Nun gibt es Pfarren, für die eine solche Lösung unabwendbar ist. Sie haben nicht mehr genug Personen und Geld für die Aufrechterhaltung ihres Pfarrlebens (Gottesdienst, diakonale Projekte, Jugendarbeit).

Jedoch fürchten viele, dass just jene Gemeinden verlieren werden, die ihre Pastoral in den letzten Jahrzehnten schon umsichtig umgestaltet haben und Lebenskraft besitzen: Längerfristig werden in diesen sonntags keine Eucharistiefeier mehr sein wird. Laut Umfrage wird es dann zwar in den Filialgemeinden von Laien geleitete Wortgottesfeiern geben. Aber da voraussichtlich ein Drittel der aktiven Mitglieder in den eucharistischen Zentralgottesdienst fahren, ein Drittel hingegen wegbleiben wird, bleibt in der Filialgemeinde lediglich ein Drittel übrig. Man kann verstehen, dass gerade diesen lebendigen Gemeinden die Strukturreform wie eine „Entkirchlichung von oben“ vorkommt. Dagegen wehren sie sich. Zu Unrecht?

Dekatholisierung

Eine zweites Widerstandsfeuer betrifft die Sorge um die Entwöhnung der katholischen Kirchenkultur von der Feier der Eucharistie. Diese Entwicklung lässt sich als Dekatholisierung beschreiben. Denn das Herz des katholischen Lebens, so das Konzil und die letzten Päpste, ist die Feier der Eucharistie in gläubigen Gemeinden. Ohne sie erleidet die katholische Kirche eine Art „Herzinfarkt“.

Damit wird nicht die Wortgottesfeier abgewertet: Was ja allein deshalb unsinnig wäre, weil die Eucharistiefeier selbst immer auch eine Wortgottesfeier ist. Aber die katholische Kirche ist dabei, die fragwürdigen Verhältnisse der ehemaligen Missionsgebiete zum weltkirchlichen Normalfall zu machen. Ob theologisch gut gebildete Kirchenmitglieder das einfach hinnehmen werden? „Es besteht die berechtigte Sorge, dass manche gläubige Gemeinschaften auch ohne Priester Eucharistie feiern werden“, sagen 45%.Das ist kirchenrechtlich zwar unzulässig. Aber ebenso verstößt es gegen das Grundrecht der Kirche, wenn die Leitung nicht dafür sorgt, dass in gläubigen Gemeinden Eucharistie gefeiert werden kann.

Die Durchführung

Organisationsentwickler sagen: Auch noch so gute Reformpläne scheitern oftmals an ihrer Umsetzung. Droht auch den Leitlinien dieses Schicksal? In den 500 Seiten Text zu den offenen Fragen in der Online-Studie wird deutlich, dass die Betroffenen bislang so gut wie nicht konsultiert worden sind. Dass es drei spirituell gestaltete Diözesanversammlungen gegeben hat, auf denen ausgesprochen  werden konnte, was die Menschen bewegt, wird zwar nicht bestritten. Aber der Zusammenhang zwischen diesen Versammlungen und den Leitlinien wird von vielen nicht gesehen. Die Berufung auf die Erzdiözese Poitiers in Frankreich ist zudem unzutreffend: Dort gab es zuerst eine Diözesansynode zur Strukturreform, die dann als synodal beschlossene Reform durchgeführt werden konnte. Laut Online-Studie ist das in Wien anders: 71% der Befragten sagen, es sei ihnen nicht bekannt, „dass unsere Pfarre um ihre Meinung zur Reform gefragt worden ist“. Wenig beteiligt fühlen sich dem Vernehmen nach auch Bildungseinrichtungen, die Caritas und vor allem die Orden. Sollte nicht auch die Erzdiözese eine rechtlich beschlussfähige Diözesanversammlung einberufen?

„Werden die Betroffenen nicht beteiligt, wird die Reform scheitern, so 79%. Bei wirklicher Beteiligung beschließt nicht mehr eine Steuerungsgruppe, sondern diese wird die Selbststeuerung der Betroffenen kompetent unterstützen. Könnte der Mangel an Entscheidungsmöglichkeiten für die Betroffenen mit der Angst der Leitung zu tun haben, dass die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung unwillig ist, im engen Rahmen geltender kirchenrechtlicher Bestimmungen (wie eben Übergehen der vielen Priesterberufungen) nach Lösungen zu suchen, sondern eine Reform des weltkirchlichen Rahmens verlangt?

Es gangbarer Weg?

Die Diözese Augsburg begann wie die Wiener Steuerungsgruppe: Die Fusion des Großteils der Pfarren wurde anvisiert. Das Ergebnis war massiver Widerstand. Inzwischen hat die Diözese Augsburg weitergelernt. Die Errichtung größerer pastoraler Räume blieb zwar. In diesen aber werden die Pfarren und Gemeinschaften  dabei kompetent begleitet, einen maßgeschneiderten Weg zu beschließen. Drei Modelle sind wählbar: von der Fusion über die Abgabe von bestimmten Kompetenzen an eine zentrale Leitung hin bis zu einer Pfarreiengemeinschaft herkömmlicher Art. Manche Pfarren in Städten wollen nun von sich aus fusionieren, wovon sie sich mehr öffentliche Präsenz und innere Lebendigkeit erhoffen. Andere vernetzten sich in jenen für sie wichtigen Bereichen, in denen sie zu wenig Personen und Mittel haben – fachlich: wo ihnen die „kritische Masse“ fehlt.

Ob auf dem eingeschlagenen Weg die Reform gelingen kann, wird erst die Zukunft erweisen.

Die Auswertung der Online-Umfrage finden Sie unter www.zulehner.org. Besuchen Sie auch den Umfrage-Blog www.zulehner.wordpress.com .

(Das ist die ungekürzte Fassung des Gastkommentars vom 2.1.2013 in DIE PRESSE).

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9 Antworten zu Gottes Geist kann auch im Widerstand nachhaltig wirken. (Gastkommentar in DIE PRESSE vom 2.1.2013)

  1. Georg Schimmerl schreibt:

    Keine Frage, der Wiener Kirchenreformprozess wird noch spannend. In einem Punkt möchte ich aber doch widersprechen. Nicht das Kirchenrecht macht es unmöglich, dass Laien ohne Priester Eucharistie feiern sondern die katholische Sakramententheologie und ihr Kirchenverständnis. Es gibt keine Eucharistie ohne den Bischof bzw. dessen Presbyter. Eucharistie ist ihrem Wesen nach nicht privat und Angelegenheit der (kleinen) Gemeinde vor Ort. Dass das Verständnis von Eucharistie überhaupt aus diesem größeren Zusammenhang herausgefallen ist , ist auch ein Defizit in den Reihen des kritischen Widerstands.

    • Christian Kneisz schreibt:

      Der Bischof und die Presbyter sind ursprünglich die Leiter kleiner Gemeinden vor Ort!
      Hier von „privat“ zu sprechen ist vollkommen unverständlich. Wie ist das zu verstehen? Privat ist es dann, wenn kein Bischof bzw. Presbyter dabei ist? Oder ist privat dann, wenn die Gemeinde zu klein ist? Oder beides? Was wird hier eigentlich unterstellt?
      Als die Gemeinden zu groß wurden für einen Bischof, wurden Presbyter einfach geweiht und eingesetzt. Jetzt sind die (kleinen) Gemeinden zu viele für die zu wenigen Presbyter, weil man sicher weigert genügend zu weihen. Der Zusammenhang wird eingefordert, aber verweigert!!!
      Dennoch wissen wir: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen.“ Na, vielleicht nur „privat“???

      • Dr. Emmerich Lakatha schreibt:

        Es hat Zeiten in der Kirche gegeben, zu denen man über die Zukunft von anderen verbindlich verfügte. So konnten auch Kinder für das Ordensleben verpflichtet werden. (Vgl.
        http://www.benediktiner.de/index.php/die-ordensregel-des-hl-benedikt/die-aufnahme-ordnung/die-aufnahme-von-kindern.html%5B
        Durch Gelübde verpflichtete man spätere Mitglieder von Gemeinschaften, etwa in Zukunft einen Feiertag zu begehen, u. Ä. Auch Papst Pius V verbot für alle Zeiten, von der durch ihn sanktionierten Form der heiligen Messe abzuweichen. Und dann gibt es noch die Dogmen. Menschen vergangener Zeiten, die noch keine Ahnung von einem modernen Weltbild und von der modernen Bibelkritik hatten, verpflichten uns, ihre Nachkommen, im Gewissen und unter Androhung der Exkommunikation, alle von ihnen aufgestellten Dogmen für wahrzuhalten, weil sie mit Hilfe des Heiligen Geistes erlassen und daher unfehlbar sind. Gut, ich will mich weder äußerlich noch innerlich mit der Kirche anlegen und die Gültigkeit der Dogmen weder ablehnen noch leugnen. Aber jedes Mal wenn ich in der heiligen Messe für die Kirche bete, bete ich inständig darum, der Heilige Geist möge uns helfen, das Denken der Kirche in die Neue Zeit zwar inhaltlich, aber nicht formell, zu übertragen. Vielleicht kommt ein Mediator, der uns aus der Sackgasse hilft,
        Ich gehe einmal davon aus, dass Dogmen nicht willkürlich auszulegen sind. Wenn ein Dogma inhaltliche Fragen offen lässt, kann es nur durch ein weiteres Dogma ergänzt werden, um den bestimmten Inhalt als von Gott geoffenbart klarzustellen. Was ist aber bei der Priesterweihe Dogma? Ist es Dogma, dass Christus das Sakrament der Priesterweihe mit Gebet und Handauflegung eingesetzt hat? Wenn man auch davon ausgeht, dass die Bischofsweihe Dogma ist, ist es dann auch Dogma, dass jede der von Paulus eingesetzten Gemeinden einen Bischof hatte? Wer weihte dann die Priester, wenn der Gemeindevorsteher aus irgend einem Grund ausgefallen war? Ist es wirklich so unzulässig zu glauben, dass die Gemeinde ihre Abendmahlsfeiern abgehalten hat, ohne dass es einer Priesterweihe bedurfte?. Ich weiß das Alles nicht. Aber wer weiß es? Weil es für eine Gemeinde und ihre Mitglieder ein Schaden ist, nur erschwert oder gar nicht möglich ist, an regelmäßigen heiligen Messen teilzunehmen, dass ein bodenständiges Laienpriestertum mit oder ohne förmlicher Weihe angedacht werden muss. Ich kann auch hier nur Eines sagen: Gott, bitte schick uns einen Mediator.

      • Georg Schimmerl schreibt:

        Wenn ich mich missverständlich oder unverständlich ausgedrückt habe, versuche ich es noch einmal. Zunächst ging es mir darum die Eucharistiefeier nicht als kirchenrechtliches Thema zu sehen. Denn das ist es in seinem Wesen nicht. Es gehört in den Zusammenhang der ganzen Kirche und ihres Selbstverständnisses. Kirche ist dort wo ein Bischof und seine Gemeinde ist. Kirche ist in der folge dort, wo die Eucharistie in Gemeinschaft mit den Bischof gefeiert wird. Das ist imho eine noch zu wenig beachtete Rückbesinnung auf die alte Kirche, die wir dem II. Vatikanum verdanken. Als “ privat“ bezeichne ich in diesem Zusammenhang alles, was diese Einordnung in die konkrete Kirche umgehen will. Die Frage der Zulassungsbedingungen zum Priesteramt ist von jeher Entscheidung der Gemeinschaft der Bischöfe, denn , das schreiben Sie ja selbst, die Presbyter vertreten den Bischof vor Ort. Ohne Bischof gibt es auch keinen Priester. Und zu ihrem letzten Einwand: jein, Nein, gemeinsames Gebet, Austausch von zwei oder drei, Lebensgemeinschaft von Christen im Namen Jesu versammelt ist im Gründe nie privat. Ja. Dem dieses Herrenwort wird nicht selten zur Legitimierung sehr privater Ansichten und Praktiken herbeigezogen.Zu schnell wird aus den Feiern der kleinen christlichen Gemeinschaften wieder eine Art Winkelmese, die die liturgische Bewegung und das Konzil überwinden wollten

      • Christian Kneisz schreibt:

        Eben, die Presbyter vertreten den Bischof vor Ort. Genau das wird verweigert!
        Da sollen Pfarren aufgelöst weden und zu einer Großpfarre zusammengelegt werden, weil zu weinge Priester da sind, denn kirchenrechtlich braucht’s dann nur einen Priester. Die Kirchenleitung zieht sich auf diesen (überspitzt gesagt) Rechtspositivismus zurück, nicht die Reihen des kritischen Widerstands. Es wird (wieder überspitzt gesagt) die Ekklesiologie hint an gestellt zugunsten des Kirchenrechts.
        Oder ich stelle mich auf den Standpunkt, was bis jetzt Kirche war, die (oft sehr lebendige) Gemeinde vor Ort, ist’s jetzt nicht mehr, weil der Pfarrer z.B. gestorben ist und der Bischof keinen Nachfolger hat. Es sei denn man nennt die Gemeinde nicht mehr Pfarre und / oder ein Priester (der immer noch offiziell die Gemeinde leitet, ohne sie zu kennen und auch oft noch den Nimbus verbreitet als würde er privat für sich eine Winkelmesse abhalten und nicht mit der Gemeinde feiern) kommt alle heiligen Zeiten vorbei zum Messe lesen und verschwindet dann wieder; na Hauptsache wir haben Eucharistie gefeiert und es war nicht „privat“.

  2. Pingback: Diözesansynode in Wien? « Zeitfragen

  3. Dr. Emmerich Lakatha schreibt:

    Ich melde mich nochmals zu Wort, weil ich in meinem ersten Beitrag zu sehr um den heißen Brei geredet habe. Der Satz: „Es besteht die berechtigte Sorge, dass manche gläubige Gemeinschaften auch ohne Priester Eucharistie feiern werden“, sagen 45%. hat mir sehr zu denken gegeben. Auch ich habe Informationen von der Feier der heiligen Messe ohne Priester. Sie ist Tatsache, über die niemand sprechen will und die daher wenig bekannt ist, und von der man nicht weiß, wie oft sie schon jetzt praktiziert wird. Und die, die das tun, sprechen nicht von Sorge, sondern von Hoffnung. In deren Version lautet der Satz: „Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass gläubige Gemeinschaften auch ohne Priester die heilige Messe feiern.“ Die Gemeinschaft schafft laufend Tatsachen, hne die Kirche zu fragen. Und da erscheinen Kirchenrecht und die katholische Sakramentententheologie samt dem Kirchenverständnis zweitrangig. Ich glaube, dass wir ganz einfach in Träumen schwelgen, wenn wir meinen, mit dem heutige Kirchenvolk kann man nach Belieben verfahren. Die Institution Kirche verliert dadurch nur an Ansehen, Glaubwürdigkeit und Autorität. In wie vielen Pfarren lässt man Taufpaten zu, die nach Kirchenrecht abgelehnt werden müssten. Wie viele Priester sprechen Gläubige los, obwohl sie nach kirchlicher Moral nicht zur Beichte disponiert sind. Wie viele Priester spenden die heilige Kommunion auch Wiederverheirateten usw. Und nun beginnen einfache Kirchenbürger selbstständig zu zelebrieren. Und was kann die Kirche tun? Je größer die Lobby ist, desto weniger. Bonum est ex integra causa, malum ex quolibet defectu. Zu Deutsch: Gut ist, was in jeder Beziehung gut ist, schlecht, was auch nur einen Mangel hat. Das wurde uns Theologen oft gesagt. Wenden wir das doch auch an die jetzigen Reformbestrebungen an und erkennen wir, und erkennen wir, dass die Menschen in der Kirche ein hohes gut sind, ein so hohes, dass für sie Christus gestorben ist.

    • zeitfragen schreibt:

      Eucharistie kann man nicht MACHEN. Man kann sie sich nur schenken lassen. Sakrament bezeichnet ja genau dieses Unverfügbare. Wer meint, über das Unverfügbare verfügen zu können, belügt sich selbst. Ganz klar gesagt: Die von Ihnen geschilderte Praxis ist gegen die Einheit des Gottesvolkes gerichtet und denjenigen müsste ins Gewissen geredet werden, ihr Wissen über die Sakramente deutlich zu vertiefen. Eine hl. Messe ohne Priester – was kommt als nächstes: Fußballspielen ohne Fußball? [Benedikt J. Michal]

      • Dr. Emmerich Lakatha schreibt:

        Sehr richtig! Warum können es sich 45 % vorstellen, dass manche Gemeinschaften auch ohne Priester Eucharistie feiern werden? Man kann ihnen sicher sagen: Wisst ihr liebe Leute, wir nehmen euch den Priester weg, aber versündigt euch nicht gegen die Gemeinschaft. Wir weihen auch keine Ortsansässigen, denn das widerspricht den Prinzipien der Kirche. Das müsst ihr doch einsehen. Und wir wollen auch keine verheirateten Priester. Es bleibt Euch wirklich nichts anderes übrig, als zu gehorchen, denn in der Kirche haben wir das Sagen und nicht Ihr.
        Bitte, bitte, denken wir doch über andere Möglichkeiten nach, als zuzusperren. Fußballspielen ohne Fußball haben wir als Kinder oft getan: Wir hatten ein „Fetzenlaberl“, wenn wir keinen Fußball haben. Vielleicht suchen die Gläubigen auch nur nach einem „Fetzenlaberl“, wenn man ihnen keine Priester gibt.

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