Und Sara lachte… Meditieren Sie mit!

Sara&AbrahamVon den beiden Altgewordenen Sara und Abraham wird  in Genesis 18 berichtet, dass Gott sie heimsucht. Es wird ihnen verheißen, dass sie morgen das so ersehnte Kind im Haus haben werden. Sara kann da nur lachen: „jizak“, heißt es im Hebräischen. Der Name des Kindes wird sie stets an ihr ungläubiges Lachen erinnern. Die Zukunft des alten Paares gehörte nicht dem Trend, sondern der Verheißung.

Oft fragen mich Leute besorgt, wie es mit der Kirche weitergeht. Ich stelle ihnen die Gegenfrage: Wie geht ER mit unserer Kirche weiter?

Wir in Europa sind das Altersheim der Weltkirche. Wien ist nicht anders. Die Sozialgestalt unserer Erzdiözese passt für das Gestern, nicht für das Morgen. Die Trends scheinen gegen uns zu sprechen. Auch wir lachen, wenn uns jemand sagt, die Kirche in Europa oder in unserer Erzdiözese werde sich morgen neuer Lebendigkeit erfreuen.

Gleicht also nicht auch unsere Erzdiözese nicht der alten Sara? Das hieße aber nicht nur, dass sie alt ist, sondern eine Verheißung hat. Ist  nicht auch unsere Ortskirche dank der Verheißung Gottes zukunftsschwanger? Worauf setzen wir also? Auf den Trend oder die Verheißung?

Auf die Verheißung setzen hieße dann praktisch:

1. Es braucht eine Art pastoralen Ultraschall: Wie könnte eine lebendige Erzdiözese morgen aussehen? Sie wird von vielen entschieden Glaubenden leben, es wird gläubige Netzwerke und Projekte geben mit einer „kritischen Masse“, also genug Menschen, die das Leben und Wirken der Erzdiözese mittragen. Um diese kritische Masse zu bilden, wird es mit Sicherheit größere Räume geben.

2. Dann wäre pastorale Schwangerschaftsgymnastik angebracht. Heute lässt sich schon vieles von dem verwirklichen, was morgen notwendig ist. Das tun viele Pfarren auch längst. Wer sich heute engagiert, tut es aus Überzeugung und Berufung, hebt und entfaltet seine Begabungen. Immer mehr gehen davon aus, dass niemand unberufen, niemand unbegabt ist. Zudem gibt es längst pfarrübergreifende Projekte, in der Bildungsarbeit, mit jungen Menschen… Sammlung und Sendung entwickeln sich Hand in Hand. Die Pfarre Josephs II. ist schon längst nicht mehr unsere heutige Pfarre. Die Pfarren haben sich zu Personalgemeinden am Ort gewandelt.

3. Es ist nicht klug, der alten Sara ihr Lebensrecht abzusprechen. Denn sie wird gebären. Das Alte – das geschichtlich Gewachsene – verdient Respekt. Ja, sie muss gebären: Ohne ihre Beteiligung wird das Neue nicht zur Welt kommen. Wir werden uns im Übergang auf Ungleichzeitigkeit einstellen. Das heißt auch um der Alten willen Entschleunigung. Zudem brauchen auch Kirchenschwangerschaften Zeit! Und schön wäre, wenn die Alten am Kommenden interessiert wären und für das Erwartete auch „Platz“ machen.

4. Vor allem aber: Sind wir wie Sara und Abraham guter Hoffnung? Ist die Erzdiözese in diesem Sinn adventlich? Mich bewegt ein Text aus dem Buch Jesaia 43,19:

Seht her, nun mache ich etwas Neues. /
Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?

Meditieren Sie mit. Was bewegt Sie inmitten des Kirchenumbaus spirituell? Was hoffen Sie? Was trägt Sie dabei?

Das Bild ist von Sieger Köder (Schwabenverlag).

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Eine Antwort zu Und Sara lachte… Meditieren Sie mit!

  1. Johnc640 schreibt:

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